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Galapagos: Ein Monat Freiwilligenarbeit

Sonntagsausflug auf San Cristóbal (oder: wie man sich anständig die Haut verbrennt)

Heute Morgen werde ich kurz nach fünf von einem fiesen Geräusch wach. Irgendwo plätschert Wasser. Viel Wasser, sehr nah. In meinem Zimmer? Nein, nach kurzer Orientierung finde ich heraus, dass gerade Wasser in das Reservoir fürs Haus eingelassen wird, das sich leider direkt vor meinem Fenster befindet. Da Wände und Fenster hier nicht denselben Zweck wie zu Hause erfüllen, halten sie eigentlich nichts ab, insbesondere keine Geräusche. Warum zum Henker geht das jetzt an?? Und vor allem: geht das von alleine wieder aus, bevor das Reservoir überläuft? Draußen ist es noch stockfinster, so dass ich nichts sehen kann. Ich beschließe also erstmal, aufs Klo zu gehen. Kaum komme ich von dort zurück, ist von dem plätschernden Wasser nichts mehr zu hören. Meiner kurzzeitigen Erleichterung folgt die Erkenntnis, dass das nur daran liegt, dass das Wasser nun von der Pumpe übertönt wird, die wohl das Wasser aus dem Spülkasten vom Klo ersetzt. Und richtig: die ist natürlich ebenfalls direkt vor meinem Fenster. Irgendwann, an Schlafen ist nicht wirklich zu denken, dämmert es draußen.

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Galapagos: Ein Monat Freiwilligenarbeit

Tag 5 im Paradies: Einführung in die Freiwilligenarbeit

Achtung, hier kommt ein Blog-Beitrag ohne Fotos! Die Kamera bleibt heute nämlich mal zu Hause. ;-)

Heute soll es also losgehen mit meinem Projekt. Ich bin schon mächtig gespannt und mache mich morgens (nachdem das Wasser fürs Reservoir diesmal bereits vor Mitternacht anfing zu laufen, ich aber zu müde war, um mich drum zu scheren) wieder per Taxi auf den Weg zum alten Haus meiner Gastfamilie, wo das Frühstück für mich schon bereitsteht. Meine Familie ist längst aus dem Haus, aber ich werde erst um zehn von Daniela abgeholt, so dass ich noch alle Zeit der Welt hatte. Ich mache es mir also beim Frühstück mit einem Buch bequem und nutze noch ein wenig das Internet. Dann kommt Daniela vorbei und bringt mich erstmal ins Büro von ProjectsAbroad, wo William, der Chef vons Ganze, mir eine Einführung gibt und mir insbesondere auch erklärt, was eigentlich mit dem ganzen Geld passiert, was ich für die Freiwilligenarbeit bezahle.

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Galapagos: Ein Monat Freiwilligenarbeit

Mein erster Schultag

Heute klingelt der Wecker schon kurz vor sechs. Nach einer Dusche rufe ich mir wie üblich ein Taxi (um diese Uhrzeit allerdings gar nicht so einfach) und begebe mich zu meiner Gastfamilie. Dort frühstücken wir gemeinsam und dann holt Daniela mich (heute zum letzten Mal) zur Schule ab. Dort angekommen, bereite ich zusammen mit der Lehrerin erst mal die Materialien für den Tag vor und dann startet der offizielle Teil. Der Tag beginnt mit einem Lied. Darin geht es darum, dass man morgens höflich Guten Morgen sagt, sich das Gesicht wäscht und die Zähne putzt und so weiter, dass man mittags aus der Schule kommt und Mittag isst etc. Mit dem Mitsingen haben es die Kids nicht so richtig – mehr als die erste Strophe kriegen sie partout nicht zusammen, egal wie oft es ihnen vorgesungen wird. Aber der Liedinhalt lässt für eine Vorschule (der Begriff scheint mir am passendsten) mit fünfjährigen schon mal tief blicken.

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Zweiter Schultag

Heute befassen sich die Kids mit den Buchstaben A und a und üben schreiben. Auch lassen wir sie wieder Sätze bilden und damit Aktionen beschreiben. Die Kids werden damit herausgefordert, dass jedes Wort im Satz durch einen bunten Bepper an der Tafel dargestellt und dann willkürlich vertauscht wird. Damit sollen sie vermutlich verstehen, dass einzelne Wörter einzelne „Individuen“ sind und ein bestimmter Satzbau erforderlich ist, um einen Sinn zu erzeugen. Ob die Message so ankommt, bin ich mir nicht sicher, aber zumindest müssen sie sich mal eine Zeitlang auf etwas konzentrieren. Schwierig genug. Natürlich wird auch wieder viel ausgemalt, denn jede Kopie, die irgendeine Aufgabe enthält, wird nach Erledigung der Aufgabe ausgemalt.

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Chaostag

Am Donnerstag trainieren die Kinder die Buchstaben O / o und U / u. In der Zwischenzeit werde ich mit der verantwortungsvollen Aufgabe betraut, den (künstlichen) Weihnachtsbaum im Klassenraum aufzubauen und zu schmücken. Ich tue mein bestes und bin mit dem Ergebnis denn auch recht zufrieden.

Danach wechseln wir zu Mathematik und sie dürfen sich an meinen Additionspyramiden, kurzerhand Pyrámides de Matemáticas getauft, versuchen. Ich rechne dazu ein Beispiel an der Tafel vor. Die Kids sind nicht dumm und merken sich genau, welche Zahl ich in welches Feld der Pyramide schreibe und als wir das Beispiel noch einmal gemeinsam rechnen und ich diesmal jeweils ein Kind eine Zahl eintragen lasse, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen. Na wartet, denke ich mir und schieße zurück mit der Frage nach dem Warum. Tja, da stehen sie nun.