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Kamtschatka: wieder mit Mama auf Tour

Rafting Teil II – und diesmal wirklich

Nach dem Frühstück bauen wir unser Lager ab und verstauen wieder alles in den Schlauchbooten. Ilja bereitet uns behutsam darauf vor, dass wir heute vielleicht doch so ein paar Stromschnellen erleben könnten. Na endlich! denken wir und setzen erstmal Adrian und Simon nach vorne, wo sie kräftig paddeln dürfen und es außerdem nasser wird. Mama und ich setzen uns heute nach hinten ins Boot, wo wir uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Immerhin ziehen wir heute vorsichtshalber die Regensachen an. Und dann geht es los.

Bereits nach kurzer Zeit fängt der Fluss an, sich plötzlich über Stock und Stein zu winden – und dabei tatsächlich die ein oder andere Stromschnelle zu entwickeln. Es wird lustig! Ilja gibt sich alle Mühe, für uns das Maximum an Spaß aus dem Fluss rauszuholen. Wir haben selbigen – und Adrian und Simon werden patschenass.

Mittags machen wir wieder eine Picknickpause und diesmal ist es Jak, der unsere Ehre rettet und einen Lachs aus dem Wasser zieht. Und auch noch festhält! Ok, was wir nicht wissen konnten, ist, dass sich ausgerechnet ein Königslachs in seinen Köder verliebt hat – und man für den eigentlich eine Sondergenehmigung braucht. Haben wir natürlich nicht – aber entsprechend nervös schaut Tanja, als wir eine gute Stunde später an unserem Ziel ankommen und Jak freudestrahlend und stolz wie Bolle seinen Königslachs präsentiert. Quasi direkt vor den örtlichen Lachs-Kontrollettis. Tanja versteckt schnell den Lachs und nimmt ihn irgendwo um die Ecke schnell aus. Zerkleinert ihn und dann darf er heimlich mit in den Kamaz gepackt werden.

In der Zwischenzeit räumen wir die Raftingboote aus, packen unser Gepäck um und verabschieden uns von den Rafting Guides. Dann geht es mit dem Kamaz weiter. Wir fahren zunächst über Straßen, biegen dann aber ganz schnell wieder in die Wildnis ein und machen ausgiebig Gebrauch der nach oben offenen Straßen-Skala. Irgendwann am späteren Nachmittag kommen wir schließlich an unserem Ziel an – irgendwo im Nirgendwo, mitten im Wald und nahe eines kleinen Schmelzwasserbaches. Für Trinkwasser wäre schon mal gesorgt.

Nach dem Zeltaufbau holen wir mit ein wenig Wegzehrung flüssiger Art ein paar hundert Meter weiter am Bach Wasser. Das Wasser ist schmelzwassertypisch eiskalt – und selbstverständlich kommt uns dabei der völlig kranke Gedanke, dass man da doch später noch prima baden gehen könnte.

Nach dem leckeren Abendessen brechen wir wiederum zum Bach auf – und werfen uns (das meint die Mädels, denn den Jungs war irgendwie plötzlich doch nicht mehr nach Baden) todesmutig in die Fluten. Die Fluten sind so etwa 20cm tief, so dass es schon einige Anstrengung verlangt, sich irgendwie in Gänze dort reinzulegen. Noch während wir daran arbeiten, frieren uns die Füße ein und werden taub. So stolpert und fällt es sich schon gleich viel leichter und so landen wir doch noch in Gänze im Wasser. Wer sagt’s denn. Hinterher die Klamotten wieder anzuziehen ist dafür unfassbar herrlich warm. Noch die Trinkflaschen zu füllen und dabei im Wasser zu stehen, ist dafür schon fast Folter.

Der Abend klingt bei herrlichem Sonnenuntergang und einem kleinen Lagerfeuer gemütlich aus.

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