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Tansania: Kilimanjaro, Safari und Sansibar

Etappe 8: Millennium Camp (3.820m) bis Mweka Gate (1.650m)

Heute Morgen fühlt sich alles ein wenig nach Abschied an, nach „ein letztes Mal“. Ein letztes Mal mit Tee im Zelt geweckt werden, ein letztes Mal aus dem völlig vereisten Zelt krabbeln. Aua – die Knie protestieren lauthals. Ein letztes Mal Hot Shower aus der kleinen Plastikschüssel, ein letztes Mal Porridge. Ein letztes Mal Medical Check – mit Werten, als wären wir wieder auf Meeresniveau. Ein letztes Mal Sachen zusammenpacken und dann geht es fast schon los – aber nur fast!

Medical Check – ein letztes Mal:

  • Befinden: 10/10
  • Sauerstoff: 93
  • Puls: 91
  • Lunge: nicht getestet
  • Kopfschmerzen: nein
  • Übelkeit: nein
  • Übergeben: nein
  • Durchfall: nein
  • Diamox: nein

Bevor es wirklich losgeht, bekommen wir noch unsere Erfolgs- und Abschiedszeremonie. Die ganze Mannschaft hat sich wieder versammelt, Rashid redet eine Rede und dann wird volles Rohr gesungen. Franky, unser sonst so schüchterner Koch, dreht noch mehr auf als zu Beginn der Tour schon – an ihm ist echt einer für die ganz große Bühne verloren gegangen. Ich hatte extra meine Kamera auf einem Stein drapiert, aber irgendwie muss ich mich zu dämlich angestellt haben – jedenfalls hat sie nicht aufgenommen. Wie ärgerlich. Wir bedanken uns noch mit einer Abschiedsrede, an der ich gedanklich schon ein paar Tage gefeilt hatte, verabschieden uns von unseren Trägern und dann ist tatsächlich Abmarsch. Ein letztes Mal.

Es geht endlos bergab und heute werfen auch Rashid und Stan alles pole pole über den Haufen. Wir rennen fast den Berg runter und ich muss aufpassen, dass ich nicht vor lauter Abstieg die schönsten Ausblicke verpasse. Die müssen natürlich auf Fotos festgehalten werden.

Zuerst wandern wir bis zum Mweka Camp. Hier machen wir eine kurze Pause. Ich bin mal wieder froh, dass wir in ein eigenes Klozelt investiert hatten, denn das hier… nee, macht keinen Spaß.

Wir kommen schließlich vom Moorland in den Bergregenwald und die Ausblicke werden rar. Doch dann ist er noch einmal zu sehen: wir genießen den letzten Blick auf den Kili.

Mittlerweile schreien die Knie immer lauter, doch es nützt ihnen nichts. Es geht weiter und immer weiter den Berg runter in Richtung Mweka Gate. Hatte ich gestern behauptet, der Aufstieg wäre anstrengend gewesen? Nun, mag sein… aber das hier ist echt schmerzhaft.

Irgendwann ist es geschafft. Die letzten Meter gehen schon einen sehr breiten Waldfahrweg ohne größeres Gefälle entlang und uns kommen die ersten Einheimischen entgegen (mit Kindern, die rundheraus nach Schoki fragen – Seelenverwandte!). Und dann sind wir am Mweka Gate. Einmal Kili rauf und wieder runter. Geschafft.

Ein letztes Mal registrieren, ein letztes Mal Mittagessen von Sospeter kredenzt bekommen (er hat tatsächlich schon wieder irgendwo diese unfassbar leckere Mango aufgetan) und dann fahren wir zurück in unser Hotel. Dort bekommen Rashid und Stan noch das Trinkgeld für die Mannschaft ausgehändigt, wir holen unsere dort verstauten Sachen ab und den gefühlten Rest des Tages verbringen wir mit Duschen :)

PS: den Weg zum Abendessen humple ich unter Ächzen und Stöhnen – meine Knie tun dermaßen weh!!

Gesamtanstieg: 23 m
Gesamtabstieg: -2136 m

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