Day 5: Pioneer Mail Picnic Area (MM 52.6) – Water Tank (MM 68.4)

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Die Nacht war erstaunlich wenig kalt. Morgens wird gefrühstückt und Peter verteilt an jeden eine kleine Süßigkeit mit einem fröhlichen „Happy Easter“. Wie süß, das Zeug mitzuschleppen! Ich hab nicht mal dran gedacht, dass Ostern ist. Danach wird Wasser für die neun Meilen bis zum nächsten Wassertank aufgefüllt und dann wandern wir los.

Den Vormittag wandere ich weitgehend alleine und genieße es, in meinem eigenen Tempo zu gehen. Es geht ohne allzu fiese Steigungen voran, es ist Wüste, ziemlich warm, kein Schatten… und irgendwann kommt der Sunrise Highway Trailhead in Sicht. Hier geht es eine Viertelmeile off trail, denn am Highway ist ein Parkplatz mit Wassertank. Also eigentlich ein Tank für Pferde. Natürlich wieder mit Schild, dass man das Wasser nicht trinken soll, aber was hilft’s.

Zum Mittag gibt es Tortillas mit Thunfisch und viel Schnacken mit anderen Hikern. Chelsea und Victor aus Kanada zum Beispiel – denn für Victor ist es der vorletzte Tag auf dem Trail. Nach Julien wird er aufhören und wieder nach Hause fahren, um sich um das Haus und die (erwachsenen) Kinder zu kümmern. Dabei ist er echt auf den Geschmack gekommen und würde sehr gerne noch weitergehen.

Der Nachmittag verläuft ähnlich wie der Vormittag. Ich laufe wieder weitgehend alleine und genieße die Wüste. Der Rucksack ist schwer, denn bis zum nächsten Wasserloch sind es wieder sieben Meilen und jetzt kommt die fiese Nachmittagshitze – natürlich wieder ohne jeden Schatten. Bis auf die letzten anderthalb Meilen, denn da steht mittlerweile die Sonne tief genug, als dass der Nordhang, an dem ich entlang laufe, im Schatten liegt. Yeah.

Am Wasserloch angekommen, zeigt sich, dass wir hier auch prima campen können. Es finden sich an die zehn Hiker ein und wir lachen uns schlapp, weil wir uns irgendwie alle an dem Wort „Schleimhaut“ aufhängen. Niemand weiß mehr, wie es dazu kam, aber unsere amerikanischen Freunde stehen voll auf das Wort und so bekommt es ein Eigenleben. Beware auf the Schleimhaut. Seen the Schleimhaut in the bushes? Wir lachen Tränen.

Nach dem Essen holt Max seine Gitarre raus. Es wird ein Abschiedskonzert, denn obwohl es eine kleinere Reisegitarre mit Carbonfaserkörper ist, ist sie einfach zu schwer und er wird sie nach Hause schicken. Er singt ein paar Songs, die Stimmung ist großartig. Dann greift Antonia zur Gitarre und singt zwei Songs und allen bleibt der Atem weg – sie hat eine so unfassbar schöne Stimme, dass alle mit Gänsehaut dasitzen. Ein wunderschöner Abend, gefolgt von einer windstillen, warmen Nacht.

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