Day 2: MM 11.4 – Lake Morena – Boulder Oaks CG (MM 26.0)

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Ich werde gegen drei Uhr wach und will schon aufstehen, als ich begreife, dass dieses helle Licht, was in mein Zelt scheint, nicht die Sonne sein kann. Der Mond ist unfassbar hell und da mein DCF Zeltstoff so dünn ist, scheint er mir einfach ins Gesicht. Also umdrehen und weiterschlafen. Um sechs ist dann aber wirklich Schluss mit Schlafen, denn der Mond wird von Morgengrauen abgelöst. Ich packe zusammen und gebe mir zum Frühstück einen Complete Cookie. Erstaunlich viel dran und recht gut essbar. Vor allem ganz ohne Kochen.

Der Reihe nach laufen alle los – ich warte noch auf Flo und dann starten auch wir. So früh am Morgen ist es noch richtig kalt und ich frage mich, wie schlau es war, das Fleece schon auszuziehen. Da hilft nur schneller wandern, besonders, da es erst mal nur bergab geht. Bald jedoch schafft es die Sonne über den Kamm von Hauser Canyon und es wird warm. Wir steigen recht gemütlich in den Canyon hinab und sehen und gegenüber schon mal an, wo wir gleich wieder aus dem Canyon aufsteigen werden.

Unten angekommen, treffen wir auf Marquee, die hier eine Pause macht. Da sie ein schönes schattiges Plätzchen gefunden hat, setzen wir uns für eine Weile dazu und machen ebenfalls eine Pause. Einen kleinen Snack später geht es für uns weiter. Ab jetzt die Canyonwand hinauf. Und natürlich inzwischen auch ohne jeden Schatten. Ich will unbedingt vor Mittag oben sein, um der ärgsten Hitze zu entgehen. Der Aufstieg ist anstrengend, aber doch gut machbar. Immerhin hat es nur gute 20 Grad statt wie noch letzte Woche fast 40. Dafür zieht sich der Aufstieg doch länger als erwartet.

Oben angekommen, wird der Weg wieder einfacher und bald haben wir den ersten Blick auf Lake Morena.

Als wir in Lake Morena, einem kleinen verschlafenen Ort, der im Wesentlichen aus einem Campground und einem kleinen Laden besteht, ankommen, gehen wir als erstes zum Laden. Wir haben Hunger und in dem Laden ist auch ein Restaurant. Als wir davor ankommen, begrüßen uns bereits Peter (dessen Name mir gestern entfallen war) und noch andere mit 2 Familienpackungen Pizza. Heute Vormittag hat nämlich ein Passant einfach mal so 4 Packungen ausgegeben – das sind die Reste, die jetzt von Grüppchen zu Grüppchen weitergegeben werden. Wie cool! Wir schlagen uns den Bauch mit free Pizza voll und kaufen dann im Laden noch etwas Nachschub an Snacks. Auch unsere Handys können wir drinnen aufladen.

Danach gehen wir rüber zum Campground, denn da gibt es Duschen. Vier Minuten für zwei Quarters – was niemand dazu sagt, ist, dass die Dusche leider kalt bleibt. Macht aber nix, das Gefühl, mal wieder sowas wie sauber zu Ein, ist großartig. Im Waschbecken kann ich dann sogar noch mein Shirt waschen. Hilft nicht allzu sehr gegen den feinen Hiker-Duft, aber was sollst. Allein, in der Sonne zu sitzen und zu trocknen, fühlt sich sich klasse an. Gegen vier mache ich mich wieder auf den Weg. Ich habe beschlossen, noch die sechs Meilen bis zum Boulder Oaks Campground zu versuchen.

Flo bleibt noch ein bisschen und will später losgehen, also laufe ich ein Stück alleine. Der Weg raus aus Lake Morena ist herrlich. Der Untergrund ist feinster Sand, rundherum ist alles grün, ab und zu laufe ich an kleinen Manzanita Bäumchen vorbei. Und überall blüht es. Ich treffe auf jede Menge Gekkos unterschiedlichster Art… einen taufe ich Gekkodil, weil er aussieht wie eine Kreuzung aus Gekko und Krokodil. Leider sind sie alle zu schnell für ein gescheites Foto.

Als ich unter einem Highway durch laufe, ändert sich plötzlich die Landschaft. Bäume tauchen auf und eine unfassbar grüne Wiese. Vom hier bis Boulder Oaks laufe ich durch die wunderschönste Gegend überhaupt. Grüne Wiesen, Bäume, alles voller Blumen. Einfach herrlich. Ich genieße jeden Schritt.

Am Campground angekommen, ist es schon ziemlich voll. Ich treffe eine Menge Leute wieder, die ich schon von Scout & Frodo kenne und noch viele mehr. Ich baue mein Zelt auf und will mir gerade Essen kochen, als mit Ella ihr halbes Pad Thai anbietet, was sie nicht mehr schafft. Ja mega – spart Arbeit und Gas – da sage ich auf keinen Fall nein.

Nach dem Essen wird es schnell kalt und dunkel – bis der fast volle Mond wieder alles taghell erleuchtet. Noch flugs aufs Klo (im Klohäuschen sind locker zehn Grad mehr, mega!) und dann ab in die Falle.

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