PCT Prep in San Diego

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Ich werde um fünf Uhr wach. Das ergibt zwar keinen Sinn, lässt sich aber auch nicht ändern. Zu allem Überfluss hab ich mir auch noch den Hals verrenkt. Aua. Ich lese ein bisschen die aktuellen Nachrichten, spreche mit Dominik und dann entleere ich meinen kompletten Rucksackinhalt erst mal auf dem zweiten Bett im Zimmer. Dann wird es Zeit für Frühstück. Himmel, die Preise werden mein Ruin, wenn das so weitergeht.

Während des Frühstücks verabrede ich mich mit Anika und Flo zum Resupply Shopping. Das hilft, mich vom aufkommenden Heimweh abzulenken. Es braucht immer eine Weile, bis ich wieder fürs Alleinsein gemacht bin… Außerdem lässt sich beim Frühstück prima ein erster Blog schreiben.

Auf dem Weg zurück ins Zimmer komme ich an der Hotel Shop Corner vorbei, einem Regal mit Kleinkram. Oder sollte ich sagen, eine halbe Apotheke? Mein Highlight ist die Bayer Wonder Drug. Bin versucht, die zu kaufen, um rauszufinden, ob es doch nur Aspirin ist :D

Ich sortiere meine Sachen noch ein bisschen und dann mache ich mich auf den Weg zum Old Town Transit Center. Kurz darauf kommen auch Anika und Flo an und wir versuchen unser Glück im Big 5 Sporting Goods nebenan. Das wird leider ein Reinfall, der hat nix, was wir gebrauchen könnten. Der Fokus liegt eindeutig eher auf Angeln und Waffen aller Art als Wandern. Nun ja. Also doch zum REI. Der ist ein Stück außerhalb, aber wir teilen uns einfach wieder ein Uber, dann geht es.

Im REI angekommen, werden wir direkt von einem Mitarbeiter angesprochen. Er fragt einfach nur, an welchem Tag wir starten – offenbar sehen wir schon vorm Loslaufen eindeutig aus. Und dann stellt er sich mit seinem Trail Namen Marmelade vor. Moment… Marmelade? DER Marmelade? Tatsächlich. Mega sympathischer Typ und hat eine Menge Tipps für uns.

Wir verbringen viel zu viel Zeit im REI, sind mit unserer Resupply Planung komplett überfordert und geben am Ende viel zu viel Geld aus. Aber das gehört wohl dazu, hihi. Immerhin profitiere ich durch Zufall von einer Rabattaktion, weil ich mindestens 8 Mahlzeiten gekauft habe – dann gibt es nämlich auf alle 10% Discount. Cool.

Nach dem REI suchen wir uns erst mal was zu essen. Wir finden zwischen lauter Junk Food Läden einen Laden, der frisches und gesundes Essen macht und lassen uns einen vegetarischen Wrap und Smoothies schmecken.

Anschließend nehmen wir das Thema Supermarkt in Angriff. Oder versuchen es zumindest – denn wir landen erst mal in einem riesigen Koreanischen Supermarkt. Das lassen wir mal lieber – aber immerhin ist hier auch ein Handyladen, in dem wir uns erst mal SIM Karten zulegen. Ich beschließe, es erst mal mit der kleinen 2GB Option zu versuchen… bin ja nicht zum Internetten auf dem PCT. Mal sehen, ob das gut geht. Zumindest hat der Verkäufer echte Sorge, dass ich damit niemals hinkäme und loggt mich erst mal ins shopeigene WLAN ein, um mein Volumen zu schonen. Und dann gibt er uns jedem noch eine Dose eines komischen Erdbeermilchgetränks aus, das aber Kohlensäure hat. Ich hebe mir meins mal noch auf. ;)

Nun heißt es also, einen normalen Supermarkt suchen – wir finden einen Target anderthalb Meilen weiter. Nun denn. Unterwegs kehren wir noch in einen Starbucks ein, ich hab Koffeinentzug. Als ich meinen Kaffee abhole, fragt die Verkäuferin, ob ich gerne noch einen Mocca Frappe Dingsbums for free hätte. Ich nicht, aber Anika und Flo teilen sich den einfach. Ist scheinbar krass süß, aber hey… einem geschenkten Barsch schaut man nicht hinter die Kiemen. Oder so.

Im Target angekommen, glauben wir, schon wieder falsch zu sein. Es sieht aus wie ein riesiger Klamottenladen. Aber dann finden wir doch noch die Lebensmittelabteilung und setzen einfach nahtlos an der Überforderung aus dem REI wieder an.

Irgendwann stellen wir fest, dass es schon sieben Uhr durch ist – und wie auf Kommando überrannt uns bleierne Müdigkeit. Ein Hoch auf den Jetlag. Schließlich haben wir es aber doch geschafft und gehen zur Kasse. Japp, natürlich ist alles wieder teurer als gedacht. So langsam dämmert mir, warum recht viele PCT Hiker aufgeben, weil ihnen die Kohle ausgeht.

Wir teilen uns wieder ein Uber zum Transit Center und dann verabschieden wir uns. Anika startet erst drei Tage nach uns und Flo werde ich erst auf dem Trail wiedersehen. Er wird nämlich nicht bei Scout und Frodo sein.

Ich gehe ins Hotel zurück und beginne den Kampf mit dem Resupply. Mahlzeiten sortieren, aus- und umpacken, auf Pakete aufteilen… es ist das blanke Chaos. Am Ende habe ich keinen Schimmer, ob das, was ich da gerade gepackt habe, viel zu viel oder doch zu wenig ist. Aber ich schätze, das werde ich noch früh genug feststellen… :/

Es ist halb elf, als ich endlich tot ins Bett fallen kann. Mein Körper mit seinem Jetlag hasst mich dafür ein bisschen. Ich stelle mir sicherheitshalber einen Wecker für morgen.

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