Bis ans Ende der Welt – oder zumindest der Lofoten

Vorsicht: dieser Beitrag wird lang und fotoreich… Ich werde zeitig wach, draußen wird es gerade erst hell. Ich will mich noch einmal umdrehen und weiterschlafen, doch dann fällt mein Blick aus dem Fenster. Über einer grandiosen Landschaft färbt sich der Himmel langsam im Licht der aufgehenden Sonne. Also nix wie raus, ein paar warme Klamotten übergeworfen und die Kamera geschnappt. Im Wohnzimmer ziehe ich erst einmal alle Jalousien zurück, denn wie sich zeigt, steht unser Haus auf einer kleinen Landzunge und ist auf drei Seiten von Wasser – wahlweise Fjordarmen oder offenem Meer – umgeben. Da schaut uns sicher niemand auf den Teller. Die Berge, die sich direkt vor unserem Fenster aus dem Wasser erheben, kann man nur als majestätisch bezeichnen. Ich setze schnell Kaffee auf und dann geht’s mit der Kamera nach draußen.

Guten Morgen...
Guten Morgen…
Sonnenaufgang vor der Haustür
Sonnenaufgang vor der Haustür
Vor dem Haus
Vor dem Haus
Was für eine Lichtstimmung!
Was für eine Lichtstimmung!
Die Lofoten: Felsen im Meer
Die Lofoten: Felsen im Meer
Sonnenaufgang
Sonnenaufgang
Fjordarme bei einsetzender Flut
Fjordarme bei einsetzender Flut

Nach einer ganzen Weile lugt die Sonne dann erst zaghaft, dann immer weiter über die Berge am Horizont. Die gegenüberliegenden Berge werden zart rosa angestrahlt und unser Häuschen badet im Sonnenschein.

Traumhäuschen
Traumhäuschen
Es wird Tag
Es wird Tag
Traumhäuschen
Traumhäuschen

Inzwischen sind Mama und Papa auch aufgestanden und der Frühstücktisch ist gedeckt. Da ich mittlerweile vom Sturm völlig durchgepustet bin, verkrümel ich mich zurück in die Wärme und wir frühstücken  erst einmal. Dabei merken wir zwei Dinge: erstens, das Heulen rund ums Haus und das Rütteln am Haus werden immer mehr (der Wind, der Wind, das himmlischeTrampeltier) und zweitens  ziehen von irgendwoher ziemlich dicke Wolken auf. Trotzdem bleiben wir bei unserem Plan, heute bis ganz ans Ende der Lofoten zu fahren: nach Å. Der Ortsname scheint denkbar passend gewählt, ist Å doch der letzte Buchstabe im norwegischen Alphabet.

Bis dorthin sind rund 90 Kilometer zurückzulegen. Zunächst steuern wir aber Leknes an, um noch ein paar Lebensmittel einzukaufen. Doch bereits auf  dem Weg dahin zeigt sich, dass wir für die Strecke wohl deutlich länger brauchen werden als üblich. Gefühlt alle 100m haben wir einen neuen Ausblick, der alle vorhergegangenen noch übertrifft. Das berühmte Licht der Lofoten ist tatsächlich einfach gigantisch. Und so halten wir immer wieder an, um das eine oder andere Foto zu machen oder einfach nur zu schauen und zu staunen. Unser ständiger Begleiter dabei: der Sturm.

Kirche in Valberg
Kirche in Valberg
Magisches Licht
Magisches Licht
Ohne Worte...
Ohne Worte…

In Leknes angekommen wird der örtliche Supermarkt gestürmt und wir decken uns mit ein paar Lebensmitteln ein. Jetzt haben wir auch etwas Beilagen für den Kabeljau von Hans, den wir uns für heute Abend vorgenommen haben. Dann geht die Fahrt auch schon weiter und wie schon zuvor müssen wir alle paar Meter einfach anhalten, um die Eindrücke auf den Kamerachip zu bannen.

Winter
Winter

Kurz darauf halten wir an einem Punkt mit Blick aufs offene Meer und einer gewaltigen Felswand daneben. Auf den vielen Steinen, die hier ins Meer reichen, tummeln sich etliche Fotografen, die offenbar zu einer Fotoreise gehören und dem daneben stehenden Kleinbus entsprungen sind. Wir leisten ihnen ein paar Minuten Gesellschaft.

Fotografen im Kampf gegen kalte Finger
Fotografen im Kampf gegen kalte Finger
Und Filter können wir auch.
Einfach gigantisch
Und Filter können wir auch.
Und Filter können wir auch.

Bald sind unsere Finger genug abgefroren, dass wir lieber wieder ins Auto steigen, um unser heutiges Ziel weiter zu verfolgen. Aber man ahnt es bereits: es dauert nicht lange, bis die nächste Fotogelegenheit in Form eines neuen Ausblicks aufwartet. Diesmal bestaunen wir Brückenarchitektur.

Brücken gibt's...
Brücken gibt’s…
Wie schon gesagt...
Wie schon gesagt…
Und die andere Seite sieht auch geil aus
Und die andere Seite sieht auch geil aus

An dieser Stelle nutzen wir die Chance, um etwas zu essen. Dazu bleiben wir aber besser im Auto sitzen, denn der Sturm wütet noch immer an einfach jeder einzelnen Stelle dieser Inseln. Dann geht es weiter, dem nächsten Ausguck entgegen.

Ab und zu lugt die Sonne durch die Wolken
Ab und zu lugt die Sonne durch die Wolken

Man glaubt es kaum, aber so langsam nähern wir uns doch dem Inselende. Bei dieser Gelegenheit darf man natürlich nicht DAS Foto aller Lofoten-Fotos auslassen: den Blick auf Reine:

Das obligatorische Foto
Das obligatorische Foto

Dieser Blick findet sich in vermutlich jedem einzelnen Reiseführer und Prospekt über die Lofoten – selbstverständlich mit einem Himmel in den schillerndsten Sonnenauf- oder -untergangsfarben. Die haben wir leider gerade nicht verfügbar, aber schauen wir mal, wie es auf dem Rückweg aussieht.

Und Tunnel gibt's hier...
Und Tunnel gibt’s hier…

Und dann ist es schließlich soweit: ein letzter Tunnel und wir sind auf dem Parkplatz am Ende der Welt. Äh… der Lofoten.

Fischerhäuschen
Fischerhäuschen

Hier ist um diese Jahreszeit rein gar nichts los und während sich im Sommer die Touristen hier tottreten, haben wir den ganzen Ort für uns alleine.

Wohnen auf der Klippe
Wohnen auf der Klippe

Auf einer Bank finden wir dann noch das Utensil für den besonders coolen Blick:

Für den coolen Blick und den klaren Durchblick
Für den coolen Blick und den klaren Durchblick

Nach einem Spaziergang durch den Ort machen wir uns auf den Rückweg. An dem Blick auf Reine halten wir noch einmal an, aber wie man sieht, verhindern dicke Wolken jede Sonnenuntergangsstimmung. Mit dem magischen Lofotenlicht ist es für heute offenbar vorbei.

Blick auf Reine
Blick auf Reine

Nahezu ohne jeden Stopp fahren wir weiter, bis wir in Ramberg am Strand vorbeikommen. Durch ein Loch in den Wolken lugt die Sonne und plötzlich ist es wieder da, das magische Licht.

Der Strand von Ramberg
Der Strand von Ramberg
Das Licht ist wieder da
Das Licht ist wieder da

Danach wird es zunehmend dunkler und wir fahren wieder nach Hause. Zu Hause gibt es den Fisch von Hans (mega-lecker) und viel heißen Tee, denn in meinem Hals droht sich Dominiks Erkältung anzukündigen. Ein kurzer Blick vor die Haustür zeigt, dass wegen der inzwischen dichten Wolkendecke nicht einmal ein Stern zu sehen ist. Also keine Chance für Nordlichter heute. Damit heißt es für uns, zeitig ins Bett und morgen ausschlafen.

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