Nordlichter auf den Lofoten

Der Tag beginnt mit einem Frühstück (was sonst, wir reden immerhin von mir). Leider hat Dominik die Grippe total erwischt und er kann nicht mitkommen. Also machen wir uns nach dem Essen und Zusammenpacken zu dritt auf den Weg. Am Flughafen nehmen wir in der Handgepäckkontrolle erst einmal alles mit, was geht – inkl. Zufallskontrolle auf Sprengstoff an meinem äußerst verdächtigen neuen Stativ. Vermutlich war die Tante nur neidisch und wollte es auch mal angrabbeln. Das alles geschafft und auch noch den Irrweg bis an Gate B8 hinter uns gebracht, sind wir bereit für Urlaub. Direkt nebendran steht der kleine Fotoreisetrupp von photographercrossing. Der Flug nach Oslo vergeht unspektakulär und dank vollkommen bedeckten Himmels auch weitgehend uninteressant. In Oslo müssen wir unser Gepäck einmal einsammeln und quasi am Nachbarschalter wieder aufgeben. Die Handgepäckkontrolle diesmal ist auch kurz und schmerzlos (nur meine Kameratasche wird rausgezogen – vermutlich wirkte das Brötchen, was obendrauf lag, mächtig gefährlich), aber der Onkel guckt nur kurz rein und macht die Tasche verwirrt wieder zu. Und so geht es kurz darauf auch schon in Richtung Bodø. Unterwegs reißen die Wolken auf und so haben wir grandiose Ausblicke auf das schneebedeckte Fjell und später auf großartige Fjorde inmitten schneebedeckter Berge.

Über dem Fjell
Über dem Fjell

Mit dem Sonnenuntergang landen wir schließlich in Bodø. Als wir aus dem Flieger steigen und uns der kalte Wind die nach Schnee riechende Luft um die Nasen weht, bin ich im Urlaub angekommen. So darf es weitergehen. Kaum im Flughafengebäude angekommen, sehen wir 2 Gates weiter bereits den Flug nach Svolvaer angekündigt und als wir dort gerade angekommen sind, geht es auch schon los. Wir haben freie Platzwahl in der kleinen Propellermaschine und freuen uns über die 30 Jahre jüngere Ausgabe der Traumschiff-Chefstewardess Beatrix. Wir hüpfen kurz hinüber auf die Lofoten, spazieren über den verwaisten Flughafen und während unser Gepäck noch ausgeladen wird, sammeln wir kurz unseren Mietwagen ein (alles im selben Raum). Noch auf dem Parkplatz zeigt ein kurzer Bremstest, dass die Spike-Reifen Gold wert sind: trotz völlig schneebedeckter Straße greifen die Bremsen sofort und der Wagen steht, ohne auch nur ansatzweise ins Rutschen zu kommen. Es fährt sich praktisch wie auf Schienen. In Svolvær fahren wir – entgegen Friedas zunächst freundlicher, dann zunehmend vehementer Navigations-Anweisungen, einmal um den Kreisverkehr. Leider haben alle umliegenden Supermärkte geschlossen und so riskieren wir es, Frieda final zu erzürnen und fahren wieder über den Kreisel zurück. Da war nämlich eine Tanke, die wir sogleich erfolgreich um ein Brot und ein paar Brötchen fürs Frühstück erleichtern. Danach leisten wir Frieda endlich Folge und biegen rechts ab. Der Frieden ist wieder hergestellt. Die Strecke bis zu unserer Unterkunft auf der Insel Vestvågøya zieht sich einigermaßen (und wäre laut Google Maps wunderschön, wenn es nicht gerade stockfinster wäre), aber schließlich kommen wir wohlbehalten an. Im Haus sind bereits sämtliche Lampen an, Musik läuft und im Kamin knistert ein kleines Feuerchen. Es ist muggelig warm und superschön. Hyggelig eben. Wir wollen gerade etwas zu Essen machen, als ein Trekker vorfährt und Hans vorbeikommt. Hans ist der Vater unserer Gastgeberin und erklärt uns noch kurz, wo wir was finden im Haus. Außerdem erzählt er von ein paar Sehenswürdigkeiten auf der Insel, zeigt uns ein Fotobuch der Umgebung und erzählt, dass er Fischer und (so nebenbei noch) Zimmermann ist. Als Fischer verdient er den Großteil seines Jahreseinkommens zwischen Dezember und April damit, Kabeljau zu fischen. Dazu ist er alleine mit seinem kleinen Kutter unterwegs und sammelt so jedes Mal rund 800 Kilo Fisch ein. Alleine. Mit 66 Jahren. Respekt. Als kleine Kostprobe hat er uns gefühlte zwei Kilo Fischfilet in den Kühlschrank gepackt. Den werden wir uns morgen schmecken lassen! Heute gibt’s aus Zeitgründen Nudeln. Nach dem Essen ist es an der Zeit, zumindest kurz vor die Tür zu schauen, ob sich ein kleines Nordlicht blicken lässt. Viel ist zunächst nicht zu sehen – außer eben sternklarer Himmel. Das gibt’s doch nicht, denke ich und hole die Kamera raus. Vom letzten Jahr weiß ich ja noch, dass die Guten sich manchmal etwas bitten lassen und sich nur auf dem Kamerasensor zeigen, nachdem man eine ganze Zeitlang draufhält. Ein paar Probeschuss aus der Hand fördern denn auch erste Farbschimmer zutage. Und schließlich werden sie auch mit bloßem Auge sichtbar. Hurraa! Wir haben wieder Nordlichter!!

Erste zögerliche Nordlichter
Erste zögerliche Nordlichter
Hurra!
Hurra!
Nordlichter
Nordlichter
Nordlichter in Action
Nordlichter in Action

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