Abflug

Ich werde vor dem Wecker wach und packe meine letzten Sachen zusammen. Dann kehre ich noch einmal die Bude, um einen anständigen Eindruck zu hinterlassen und fahre dann zu meiner Gastfamilie. Hier gebe ich Angélica ihr Geburtstagsgeschenk und überlasse ihr die Entscheidung, es gleich zu öffnen oder noch eine Woche zu warten. Sie öffnet es gleich und scheint sich über die Kette und die Ohrringe zu freuen.

Nach dem Frühstück gehe ich mit Carlos zum Flughafen, um einzuchecken und das Gepäck aufzugeben. Danach spazieren wir wieder zurück – uns bleibt noch eine gute Stunde Zeit bis zum Boarding. Zu Hause sammeln wir noch den anderthalbjährigen Neffen und den Rest der Familie ein und tappeln dann wieder zurück zum Flughafen. Dort fällt der Abschied von der Familie verhältnismäßig kurz und schmerzlos aus – während ich am Gate dann ein Mädchen aus meiner Klasse treffe, die sofort auf mich zugerannt kommt und mir um den Hals fällt. Sie reist mit ihrer Familie nach Quito, erzählt sie mir.

Carlos und ich besteigen irgendwann das Flugzeug (er reist für eine Schulung oder sowas nach Guayaquil) und dann bin ich also tatsächlich weg aus Galapagos. Eine dichte Wolkendecke verhindert einen letzten Blick zurück. In Guayaquil angekommen fällt mir am Gepäckband schon wieder das kleine Mädchen um den Hals. Befragt, ob sie nicht eigentlich weiter nach Quito wollte, erklärt sie, dass sie sich wohl geirrt habe, denn sie bleibe in Guayaquil und würde hier Oma und Opa besuchen. Ihre Familie hat ihr Gepäck schon und will los – also drückt sie mich noch einmal zum Abschied und ist dann weg. Ich verabschiede mich von Carlos, warte auf meinen Hotelshuttle und pflege im Hotel erstmal meinen Blog. Das Internet erscheint auf einmal rasend schnell, verglichen mit Galapagos.

Anschließend gehe ich rüber in die Shopping Mall und stelle fest, dass aus meinen Kino-Plänen nichts wird, weil die Filme zu sinnvoller Uhrzeit schon ausverkauft sind. In einem Buchladen schaue ich mir verschiedene Kinder- und Jugendbücher an und mache eine kleine Liste mit Vorschlägen für die Bibliothek, die ich William sende. Dann setze ich mich in den Fresstempel und gönne mir Fettuccine mit Shrimps. Jawohl – ein Essen ohne Reis! Und es war auch ausschließlich Pasta auf dem Teller. Nicht Pasta und Reis, nicht Pasta und Kartoffeln – einfach nur Pasta. Dazu einen Erdbeersaft und ein gutes Buch auf dem Kindle (die mithin beste Investition, die ich vor Galapagos noch getätigt habe!) und ich bin rundum zufrieden.

Das war es also – ein Monat Freiwilligenarbeit auf Galapagos. Mein Fazit in aller Kürze: es hat sich definitiv gelohnt!

Weiter geht es, wann immer es Zeit und Internetverfügbarkeit zulassen, im Patagonien-Blog…

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