Einen Tag krank machen

Heute Morgen nehme ich wieder brav meine Tabletten und fahre dann zum Frühstück zu meiner Gastfamilie. Hier lasse ich mich weitere 23mal ermahnen, auch ja meine Tabletten zu nehmen (grrrr, ich bin keine zwölf!) und dann starte ich zur Schule, um mit der Lehrerin zu sprechen. Ich sage ihr, dass ich gerne arbeiten würde, die Ärzte mir aber um der Kinder willen davon abgeraten haben. Sie sieht es halbwegs entspannt und schickt mich wieder nach Hause. Da ich auf die Art einen freien Vormittag habe, beschließe ich, direkt zurück ins Krankenhaus zu gehen, um den Ärzten dort einen meiner Insektenstiche vorzustellen, der sich merkwürdig verhält. Als Ergebnis schaue ich jetzt zwei Tage lang, ob die Antihistaminika reichen und am Donnerstag entscheiden wir, ob wir mit Antibiotika draufhauen müssen.

Daraufhin gehe ich Richtung ProjectsAbroad-Büro und treffe dort auf Mo, die auf dem Weg ins Kaffee ist. Ich schließe mich ihr kurzerhand an und gleich darauf läuft uns auch Nina über den Weg und kommt mit. Im Kaffee treffen wir auf Rick und Anders (DK) und machen eine spontane Isabela-Diashow daraus.

Danach begebe ich mich wieder nach Hause und arbeite meinen Blog ein wenig auf. Dann ist Mittagszeit und nach der täglichen Suppe finde ich auf meinem Teller plötzlich etwas Weiches, Zotteliges. Ich frage vorsichtshalber nach, worum es sich handelt und weiß im selben Moment, dass ich lieber nicht gefragt hätte: es ist Kuhmagen. Ich beiße die Zähne zusammen und esse meinen Teller tapfer auf, tue diesmal aber nicht so, als würde es mir schmecken. Ich glaube, die Message dringt nicht so richtig zu meiner Gastfamilie durch.

Anschließend machen sich alle wieder auf zur Arbeit und Angélica geht irgendwelche Hausaufgaben machen. Ich nutze die Zeit, um in meinem Blog voran zu kommen. Später gehe noch einmal ins Büro, um noch mal ein paar Leute wiederzusehen und schreibe dort weiter. Kurz vor dem Abendessen gehe ich mich Nina noch auf einen schnellen Kaffee ins Casa Blanca (Dienstag = Mockingbird geschlossen = gute Kaffeequelle versiegt). Auf dem Heimweg treffe ich noch ein Mädel, die auf Isabela im gleichen Hostal gewohnt hat wie wir und wir quatschen noch kurz – woraufhin ich meine Beine dann aber in die Hand nehmen muss, um pünktlich kurz vor sieben zu Hause zu sein, bevor sich wieder alle Sorgen machen, wo ich bleibe. Als mich Ruth wieder als erstes fragt, ob ich meine Tabletten auch genommen hätte, kann ich nicht mehr an mich halten und erkläre ihr, dass sie sich doch bitte meines Alters erinnern möge und dass ich gut in der Lage bin, selbständig ein paar Medikamente zu nehmen, ohne dass man mich im fünf-Minuten-Takt danach fragt. Sie entschuldigt sich damit, dass sie das in der Familie selbst gerne vergessen und sie daher eher aus Gewohnheit fragt. Nun denn. Ich vermute, der geneigte Leser kann sich vorstellen, was Carlos’ erste Frage ist, als er später nach Hause kommt… Dafür bekomme ich nach dem Abendessen plötzlich aus heiterem Himmel schon mal mein Abschiedsgeschenk in die Hand gedrückt (Wink mit dem Zaunpfahl?) – es ist ein Galapagos T-Shirt, was mir gut gefällt. Ich freue mich ehrlich und bin voll des Dankes. Angélica wird nicht müde, zu betonen, wie sehr sie mich vermissen wird und zu fragen, wann ich wiederkomme. Ich bin mir nicht ganz sicher, wen sie mehr vermisst – mich oder meinen Laptop…? Zur Beruhigung aller besorgten Leser sei noch ergänzt, dass ich – kaum in „meinem“ Haus angekommen – selbstverständlich wieder meine Tabletten genommen habe 😉

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