Waimea Canyon

Es hat die ganze Nacht geregnet. Das Ergebnis am Morgen ist eine Hotelanlage, die weitgehend unter Wasser steht. Wie gut, dass wir überdacht bis zum Frühstück kommen. Dafür geht es mir bedeutend besser und auch das Fieber ist fast weg. Unseren Plan, heute in den Waimea Canyon zu fahren, sehen wir allerdings ins Wasser fallen. Aber wie so oft ist Essen auch hier die Lösung – denn als wir mit dem Frühstück durch sind, hat es aufgehört zu regnen und klart sogar soweit auf, dass ein klitze bisschen Sonne herauskommt. Na also, es kann losgehen!

Vor unserer Terrasse
Vor unserer Terrasse
Auf dem Parkplatz
Auf dem Parkplatz

Wir fahren also los und kommen nach einiger Zeit zu einem Aussichtspunkt, der von einem Schild als „scenic view“ beworben wird. Nix wie angehalten und mal nachgeschaut, ob das Schild Recht hat:

Erster Blick ins Inselinnere
Erster Blick ins Inselinnere

Joa, kann man definitiv gelten lassen. Der erste Blick, den wir ins Inselinnere und damit vom „echten“ Kauai erhaschen. Die typisch rote Erde lugt hier bereits zwischen dem vielen satten Grün hervor. Sie soll uns heute noch öfter und auch durchaus intensiver begegnen, soviel darf ich bereits vorweg nehmen.

Der weitere Weg in den Canyon verläuft weitgehend unspektakulär, bis wir zum ersten Aussichtspunkt kommen und den ersten echten Canyon-Blick praktisch auf dem Silbertablett serviert bekommen (wir sind in Amerika – natürlich ist alles per Auto erreichbar, nur die letzten paar Schritte zur Aussichtsplattform muss man noch zu Fuß zurücklegen).

Waipoo Falls
Waipoo Falls
Waimea Canyon
Waimea Canyon
Waimea Canyon
Waimea Canyon

Wir fahren die Straße weiter in den Canyon hinein und halten noch an dem einen oder anderen Aussichtspunkt an. Spektakulär wird es wieder, als wir ganz oben angekommen sind. Hier endet die Straße an einem letzten Aussichtspunkt und man kommt nur noch zu Fuß weiter. Dafür, dass es die ganze Nacht geregnet hat und wir uns hier nur 10 Kilometer von einem der zwei niederschlagsreichsten Orte der Welt entfernt befinden, haben wir Mordsglück mit der Aussicht:

Ausblick in Richtung Na Pali Coast
Ausblick in Richtung Na Pali Coast
Ausblick in Richtung Na Pali Coast
Ausblick in Richtung Na Pali Coast

Selbst in die andere Richtung – also auf den niederschlagreichsten Punkt geschaut – sieht heute alles herrlich grün aus:

Blick ins Inselinnere
Blick ins Inselinnere

Also beschließen wir, uns ein Stück auf dem Pihea Trail zu bewegen und mal zu schauen, wo der so hinführt. Zu Beginn sieht noch alles super aus – die rote Erde ist nur mäßig rutschig (fiese Kombination aus lehmigem Boden und Niederschlag) und der Weg recht eben.

Beginn des Pihea Trails
Beginn des Pihea Trails

Natürlich sind wir nicht umsonst an einem so niederschlagsreichen Ort – und so kommt es, wie es kommen musste… binnen Minuten zieht alles zu und wir laufen durch schönste Nebelsuppe.

Eben war da noch ein Berg und Küste
Eben war da noch ein Berg und Küste

Dafür wird der Weg jetzt nicht nur matschiger, sondern auch waldiger. Eigentlich müsste man sogar sagen, er wird dschungelartig, denn überall wachsen Farne und die Bäume sind moosüberwuchert.

Regenwald
Regenwald

Unsere Aussicht ist dahin und der Weg wird immer fieser. Wir klettern und rutschen über roten Matsch voran und sehen bald aus, als wären wir Opfer einer Schlammlawine geworden. Aber so schnell geben wir nicht auf und schließlich sind wir an der Wegkreuzung, wo es weiter in den Sumpf hinein geht. Darauf verzichten wir vor allem aus Zeitgründen. Außerdem fängt es jetzt auch noch an zu regnen. Also schnell noch ein Foto von der Aussicht:

Aussicht
Aussicht

…und dann flink den Rückweg angetreten. Blöd halt, dass der fiese Weg bergab noch fieser ist als bergauf. Aber wir kommen heile und an einem Stück wieder am Startpunkt an – und dort, wo vorhin noch eitel Sonnenschein war, sieht es inzwischen so aus:

Beginn des Pihea Trails
Beginn des Pihea Trails

Den restlichen Rückweg aus dem Canyon ins Hotel regnet es praktisch ununterbrochen und auch den Rest des Abends hört es nicht mehr auf. Trotzdem sind wir noch so mutig, uns für morgen den Kalalau Trail, die Wanderung an der Na Pali Coast vorzunehmen. Nur eins haben wir heute gelernt: nur weil es bedeckt ist und regnet, heißt das noch lange nicht, dass man sich hier keinen Sonnenbrand einfangen kann!

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