Von Oslo in die Femundsmarka: Regen, Elche, Rentiere und endlich Sonne

Heute morgen fängt der Tag mit einem gemütlichen Frühstück an, gefolgt von einem letzten kleinen Arbeitseinsatz am Telefon. Dann heißt es packen und von unseren Gastgebern verabschieden. Der Versuch, auf die Autobahn in Richtung Trondheim zu kommen, wird zunächst von einer Baustelle boykottiert, aber letztlich bekommen wir es doch noch hin. Natürlich dauert es nicht lange und es fängt wieder in Strömen an zu regnen. Auf der Autobahn taucht der Hinweis auf eine automatische Mautstelle auf. Außer ein paar Kameras über der Straße ist jedoch nichts zu sehen. Als weitere solcher Stellen folgen, schwant uns, dass sie einfach die Kennzeichen erfassen… Mama, nicht wundern, wenn Dir ein Brief aus Norwegen mit einer Zahlungsaufforderung zugeht – wir sammeln über die nächsten Kilometer 57 Kronen an Maut zusammen 😉
Wir schleichen uns teilweise mit 30 oder 50 km/h durch diverse Baustellen auf der Autobahn – bei strömendem Regen, versteht sich. Irgendwann biegen wir ab auf eine Landstraße Richtung Drevsjø. Kurz wird der Regen etwas weniger und hört dann tatsächlich auf. Und dann steht er da, direkt neben der Straße, und schaut brav nach links und rechts: der Elch. Zu schade, dass so schnell keine Kamera parat war – und welch Glück, dass der Kollege Elch nicht beschloss, über die Straße zu wollen.
Ein Stück weiter setzt der Regen wieder ein (Mama, ich schätze, Du brauchst anschließend neue Scheibenwischer, wir haben sie ziemlich gefordert). Plötzlich müssen wir stehen bleiben, weil die Straße halbseitig gesperrt ist. Vor uns dampft der komplette Asphalt und dann sehen wir auch schon die Walze, die den frischen Teer glatt walzt. Nun, das kann dauern, denken wir. Dann plötzlich kommt uns eine Art Führungsfahrzeug mit Gelblicht entgegen und zieht eine Schlange von Autos hinter sich her.

Das kann dauern
Das kann dauern

Dann schert es aus und die Schlange fährt weiter ihres Weges. Das Führungsfahrzeug wendet – und schon sind wir dran. Auf der schon fertigen Seite der Straße fahren wir vorsichtig am frischen, dampfenden Asphalt vorbei hinter dem Leithammel, äh, dem Führungsfahrzeug her.
Danach führt uns die Strecke ohne weitere Zwischenfälle entspannt (und verregnet) bis nach Drevsjø. Dahinter gelangen wir auch direkt an den Femundsee und biegen ab in Richtung Elgå. Plötzlich hört der Asphalt auf und die Straße wird zur Schotterpiste. Der Asphalt wird dafür abgelöst von diversen Rentieren, um die wir fortan im Slalom fahren, weil sie einfach zu faul sind, vor Autos wegzulaufen.

Faule Rentiere
Faule Rentiere

Alternativ laufen sie einfach in der Mitte der Straße vor dem Auto her. Dafür wird das Wetter zusehends besser. Vielleicht ist es tatsächlich so, dass die Femundsmarka zwar ein Kälteloch, aber auch eine eher trockene Gegend ist.
Schließlich kommen wir in Elgå an und stellen unser Auto an der Femund Fjellstue ab. Dort gönnen wir uns dann auch noch einen Kaffee und einen Brownie und klären mit der Besitzerin, dass wir das Auto für schlanke 150 Kronen pro Woche dort stehen lassen könne. Na gut, das sind schließlich auch nur drei Kaffee…
Wir schnallen uns die Rucksäcke um und gehen entlang des Femundsees, um uns ein nettes Plätzchen für die Nacht zu suchen. Nicht weit entfernt werden wir in der Nähe einer kleinen Schutzhütte fündig und bauen unser Zelt direkt am Strand mit Luxusblick auf den See auf.

Luxus-Zeltplatz
Luxus-Zeltplatz

Wir genießen die strahlende Sonne bei Tee und Curryhühnchen. Danach wird es doch bald recht frisch und nach Sonnenuntergang erreichen wir dann (trotz der noch herrschenden Helligkeit) einstellige Temperaturen. Begleitet werden diese von den Mücken, über deren Fehlen wir uns schon wundern wollten… Zeit, sich ins Zelt zu verkriechen.

Luxus-Ausblick
Luxus-Ausblick

Morgen früh geht es dann die paar Schritte zurück nach Elga und auf aufs Boot nach Synnervika, am Nordende des Femundsees.

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