Willkommen auf sandra-ficht.de

Reisen und Fotografieren – zwei Dinge, die wunderbar zusammen passen. Zwei Dinge aber auch, die viel mehr Spaß machen, wenn man sie mit anderen teilen kann. Darum lade ich euch ein, im Reiseblog mit mir mitzureisen oder vielleicht Ideen für eure eigenen Touren zu finden. In den Galerien halte ich die schönsten Eindrücke in Bildern fest, denn wie Eudora Welty schon sagte:

Ein guter Schnappschuss hindert einen Moment am Weglaufen.

Und jetzt wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen. Die neuesten Beiträge findet ihr gleich hier.

Die neuesten Beiträge:

Der Tote Wald – oder: der Tag an dem Wolfgang verschwand

Wir durften ausschlafen. Frühstück gibt es erst um 10:00 Uhr. Darüber bin ich dankbar, froh und glücklich – und als der Wecker klingelt, geht es mir richtig gut. Jedenfalls, bis ich den ersten Fuß aufsetze, um einen Schritt vors Zelt zu machen. Halleluja! Ich muss über Nacht so um die 60 Jahre gealtert sein – es gibt unterhalb des Halses nichts, was mir nicht weh tut. Ganz besonders böse wird ab Kniehöhe. Himmel! Mein rechtes Knie ist leicht geschwollen, der rechte Knöchel auch. Hurra :)

Zum Frühstück hat Tanja dafür die perfekte Medizin: sie hat Aladuschki (Оладушки) gezaubert, eine Art Mini-Pfannkuchen aus Buttermilch. Außerdem gibt es auch noch Rührei und Obst. Das Wetter heute… na ja, durchwachsen. Der Himmel ist wolkenverhangen und es nieselt immer mal wieder. Offensichtlich war Antons Entscheidung goldrichtig, gestern direkt auf den Tolbatschik zu gehen. Gestern Abend war übrigens noch eine weitere Gruppe angekommen, die nun ebenfalls die Hütte nutzte. Heute Abend wiederum sollte noch eine weitere kleine Gruppe dazukommen. So langsam wird es gesellig hier.

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Aufstieg auf den Tolbatschik

Die Nacht im Zelt war einigermaßen frisch (gut, dass wir die Inlets für den Schlafsack als zusätzliche Wärmeschicht dabeihaben) und der Wecker klingelt erbarmungslos um fünf Uhr. Wir packen uns dick ein und schnappen uns die gestern Abend noch gepackten Rucksäcke für den heutigen Aufstieg auf den Tolbatschik. Während des Frühstücks wird es draußen heller und tatsächlich präsentiert sich uns ein strahlend blauer Himmel. Anton hatte mit seiner Wetterprognose offenbar Recht. Frühstück gibt es um halb sechs – und da Tanja der Meinung ist, dass wir für die Wanderung ordentlich Kräfte brauchen, stellt sie jedem einen Teller Nudeln mit Tomatensauce vor die Nase. Inklusive Knoblauchduft ist das um diese Uhrzeit schon eine kleine Herausforderung, der sich nicht jeder in der Gruppe stellen mag, aber was soll’s… Essen hab ich ja noch nie wirklich verschmäht. Wir bekommen jeder noch Verpflegung für unterwegs: zwei riesige belegte Brote, einen Apfel und ein Tütchen mit Nüssen, Trockenobst, einem Schoko- und einem Obstriegel. Dazu noch das Wasser und dann geht’s mit dem Kamaz um sieben Uhr los zum Berg.

Nach einer dreiviertel Stunde Fahrt sind wir am Startpunkt der Wanderung angekommen. Das Panorama, das sich vor uns auftut, ist gigantisch. Der Aufstieg, den wir vor uns haben, allerdings auch. Denn bereits kurz hinter dem Startpunkt liegt Schnee. Wir befinden uns auf 1.418 m. Und nein – nicht so ein kleines bisschen Restschnee. Sondern richtig Schnee. So, dass man immer mal wieder knietief einsinkt. Ungewöhnlich viel Schnee für diese Jahreszeit, sagen uns auch die Bergführer. Unser Ziel: der Kraterrand des Tolbatschik auf 2.860 m. Gut, dass wir Gamaschen dabei haben.

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Von Kosyrevsk zum Tolbatschik

Am Morgen hat Tanja schon wieder gezaubert. Es gibt einen warmen Brei (wir werden lernen, dass das hier einfach zum Frühstück dazugehört), frisches Obst und Syrniki (Сырники), frisch gebackene und sehr leckere Quarkteilchen. Nach dem Frühstück folgt die Kamaz-Einpack-Routine (jepp, wird uns auch in Fleisch und Blut übergehen), ein kurzes Briefing von Regina an Marias Info-Tafel samt Landkarte zur anstehenden Tolbatschik-Gegend und dann steigen wir wieder in den Kamaz.

Wir haben heute 56 km vor uns – ein Katzensprung, denken wir uns (ja ja, das wird sich selbstverständlich schon sehr bald als sehr dummer Irrglaube entpuppen). Ein Stückchen geht es noch auf der Schotterstraße entlang – und dann biegen wir ab. Jetzt fahren wir etwas, was mit gutem Willen noch als anspruchsvoller Fahrweg durchgeht – also eine von Schlaglöchern durchsetzte Fahrpur mitten im Birkenwald. Grob geschätzt Kategorie 6-7 auf der nach oben offenen Straßen-Skala. Genau wie von Regina angekündigt ändert sich damit die Bewegungsrichtung im Kamaz von „von-oben-nach-unten-holpern“ zu „von-links-nach-rechts-schaukeln“. Joa, das macht locker in der Hüfte… da singt die Bandscheibe doch glatt russische Volksweisen. Ach ja – wir haben übrigens noch etwa 40 km vor uns.

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Mit dem Kamaz nach Kosyrevsk

Allem Jetlag und jedem verkorksten Zeitgefühl zum Trotz schlafen wir wie die Babies und wachen auch erst auf, als der Wecker klingelt. Wir packen unsere Taschen, duschen ausgiebig (jepp, wird vorerst die letzte Dusche sein, wie es heißt) und gehen zum Frühstück wiederum ins Nachbargebäude. Hier gibt es WLan, wie jemand herausgefunden hat und nach etwas Suche finden wir es tatsächlich auch. Es hat sich am hinteren Fensterbrett des Frühstücksraums versteckt und wir setzen zwischen Milchreis und Spiegelei-Toast einen ersten und vorerst letzten Gruß nach Hause ab.

Nach dem Frühstück treffen wir vor dem Hotel auf die Mannschaft, die uns die nächsten knapp drei Wochen begleiten wird. Zuerst einmal ist da Schenja, der Fahrer des urigen Gefährts vom Typ Kamaz (sprich: Kamass), einer Mischung aus LKW und Bus, der man auf Anhieb glaubt, dass sie schon alles gesehen hat und grundsätzlich jede Art von Weg überstehen wird. Wahrscheinlich brennt es dabei auf 100 km auch 100 Liter Sprit ungefiltert durch, aber genauso wahrscheinlich fährt es notfalls wohl auch mit Kerosin, Vodka oder Mückenblut. Dann gehören zur Mannschaft Anton, den wir ja gestern schon kurz kennengelernt haben und der fortan unser Haupt-Bergführer sein wird, Lena (sprich: Ljena) unsere zweite Bergführerin und Tanja (sprich: Tanja), die als Köchin für unser leibliches Wohl sorgen wird. Außerdem Sascha (eigentlich Alexander), der Sohn von Schenja, der gerade Ferien hat und seine ersten Job-Erfahrungen sammeln will.

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Anreise nach Kamtschatka – ein Nachtflug, der keiner war

Viel zu früh klingelt der Wecker, denn wir müssen bereits um sieben in Schönefeld sein. Hier wird unser Flieger nach Moskau starten und die Anweisung lautete klar, mindestens drei Stunden vorher am Flughafen zu sein. Hatte nur dem Flughafenpersonal leider niemand gesagt und so müssen wir noch etwas warten, bis die Aeroflot-Schalter aufmachen. Beim Einchecken lernen wir dann aber auch direkt Angelika kennen, die erste unserer Mitreisenden. Nachdem wir uns weitere zwei Stunden die Zeit vertrieben haben, geht es ans Boarding. Der Flug nach Moskau ist unspektakulär und ruhig. Die Sitze bequem und mit ordentlich Beinfreiheit, draußen leider nix als Wolkendecke, aber wir landen pünktlich in Moskau und hier kommt sogar etwas Sonne durch die Wolken. Jetzt heißt es ab durch die Pass- und Visakontrolle, Gepäck abholen und dann wieder neu einchecken. Ist eben so. weiterlesen