Réunion Trekking Etappe 2: Aurère – Grand Place Cayenne

Der Morgen beginnt mit dem Husten eines Mitwanderers, gefolgt vom Schreien des kleinen Babys, gefolgt vom Klingeln meines Weckers, gefolgt vom Aufschrei meiner Beinmuskulatur als Antwort auf den Versuch, ans Aufstehen zu denken. Ich spiele kurz mit dem Gedanken, alles unterhalb des Hinterns erst einmal im Bett liegen zu lassen, scheitere aber daran, meinen Oberkörper alleine zum Klo zu hieven. Also müssen die Beine wohl oder übel mit. Sie quittieren es mit anhaltenden Schmerzen. Dafür hat Madame Georget Boyet um sieben Uhr bereits den Frühstückstisch gedeckt. Das gibt es heute auch nur bis um acht, denn es ist Sonntag und da möchte die Madame gerne um halb zehn noch in die Kirche. Die ist im Nachbarort und das bedeutet, zwei Schluchten weiter. Zum Frühstück gibt es Bananen, Baguette (eins für jeweils zwei Personen) mit Butter und Marmelade und dazu wahlweise Kaffee, Tee oder Kakao. weiterlesen

Réunion Trekking Etappe 3: Grand Place Cayenne – Roche Plate

Heute könnten wir eigentlich ausschlafen, denn wir haben das Frühstück erst zu acht Uhr bestellt. Da wir die einzigen Gäste sind, hatten wir die freie Wahl der Uhrzeit. Die Hähne, Hunde und Menschen der Umgebung machen uns jedoch einen Strich durch die Rechnung, denn das Leben startet hier pünktlich mit dem Sonnenaufgang und der ist gegen sechs Uhr. Auch heute wird das Aufstehen von heftigen Schmerzen in Knien, Waden und Oberschenkeln begleitet. Na toll – und das, wo erfahrungsgemäß der dritte Tag der Schlimmste ist. weiterlesen

Réunion Trekking Etappe 4: Roche Plate – Marla

Heute geben wir dem Franzosen in unserem Zimmer bis eine Viertelstunde vor Frühstück Zeit, freiwillig aufzustehen. Dann wird er gnadenlos geweckt, weil wir aufstehen. Nahrungsaufnahme geht ganz klar vor Mitbewohner-Solidarität. Es scheint ihn zum Glück nicht zu stören. Das Aufstehen klappt heute den ersten Tag ohne den Schmerzensschrei aller Muskeln – jippie, sie haben den Kampf endlich aufgegeben!

Das Frühstück sieht aus wie immer, aber die Runde ist die gleiche witzige wie gestern beim Abendessen. Anschließend packen wir ganz in Ruhe unsere Sachen, denn im Wanderführer der Schweizer haben wir gestern gesehen, dass die vor uns liegende Etappe nach Marla nahezu entspannt aussieht. Fast wie ein Ruhetag. Wir haben uns für die nicht nur kürzere, sondern auch noch landschaftlich schönere Strecke des GR-R3 über Trois Roche entschieden und folgen nicht dem GR-R2 über La Nouvelle. Die Schweizer brechen mit uns zusammen auf und gehen den Weg sogar gemeinsam mit uns – trotz unserer Warnung, dass sie sich recht bald mit uns langweilen dürften.

Aus dem Ort heraus geht es direkt an die Wand und dann – was sonst – erst einmal anständig bergauf. weiterlesen

Réunion Trekking Etappe 5: Marla – Cilaos

Gut, dass heute der Wecker klingelt, denn in unserem Einzel-Bungalow gibt es kein Rumoren und keinen Krach und auch die Hähne des Orts sind offenbar weit genug weg. Wir frühstücken zusammen mit Nikki und Robert das übliche Angebot und bekommen später noch Gesellschaft von zwei Mitwanderern aus Stuttgart. Nikki und Robert wollen heute nach Hell Bourg – eine ganz ordentliche Strecke – und von dort aus dann morgen auf den Piton des Neiges. Wir müssten uns dort also wiedertreffen. Die beiden Stuttgarter wollen heute genau wie wir nach Cilaos, gönnen sich dort dann aber einen Ruhetag. Genauso machen es Kerstin und Dominic aus der Schweiz, die wir heute Morgen aber nicht mehr treffen.

Für uns soll es heute ebenfalls nach Cilaos in den gleichnamigen Cirque gehen. Dazu heißt es morgens erst einmal, den Col du Taïbit erklimmen. Auf der anderen Seite werden wir dann nach Cilaos hinabsteigen. Als erstes wollen wir die paar Schritte zurück zur Müllsammelstation von Marla gehen – ein Schild in unserer Gite wies darauf hin, dass Müll in den Gites nicht mehr akzeptiert würde, sondern dafür die „Big Bags“ genutzt werden sollen. Doch bereits hier im Ort beginnt der Weg heute mit einem Hindernis. weiterlesen

Réunion Trekking Etappe 6: Cilaos – Piton des Neiges

Der Morgen beginnt wie immer mit einem Frühstück, das auch hier „in der Stadt“ genauso aussieht wie wir es bereits aus den letzten Tagen kennen. Danach packen wir unsere Sachen zusammen und füllen unsere Vorräte diesmal mit extra viel Wasser auf. Die Reservierungsbestätigung der Gite dort oben weist extra darauf hin, dass das Wasser knapp ist und so planen wir vorsichtshalber für notfalls zwei Tage. Der Einstieg zum weiteren Verlauf des GR-R2 findet sich unweit unserer Gite und so geht es zunächst ein kürzeres Stückchen bis La Roche Merveilleuse. Der Weg geht recht entspannt mal auf und mal ab und bald sind wir am ersten Zwischenziel. Weiter geht es von hier aus bis Le Bloc, einer Art Picknickplatz und eigentlichem Startpunkt zum Piton des Neiges. weiterlesen