Do, 30.10.2003

Ziemlich früh aufgestanden. Der Strom war noch nicht wieder da. Nun ja – wir sind geflüchtet und mit dem Bus nach Curitiba gefahren. Dort fuhr der Bus gerade in den Bahnhof ein, als meine Jungs über die Straße liefen. Wir saßen ganz vorn im Bus – die verwirrten Gesichter waren richtig cool. Haben erstmal ein Hotel gesucht – ich hatte beschlossen, erst am nächsten Morgen zurück zu fahren. Anschließend mit der Touristenlinie Curitiba erkundet. Universidade livre do Meio-Ambiente, Parque Tanguá, Ópera de Árame, Praça Tiradentes. Schöne Stadt. Den Nachmittag haben wir im Restaurant „Schwarzwald“ bei Weißwurst, Schwarzwälder Kirschtorte und anderen typisch deutscher Köstlichkeiten ausklingen lassen. Na ja, wenigstens die Namen der Gerichte waren typisch deutsch *g*. Hatte mir noch ein Busticket für den nächsten Morgen gekauft. Dann haben Tobi und ich meine Jungs zum Bus gebracht, mit dem sie nach Foz do Iguaçú fuhren. Schon wieder Abschied… 🙁 Der Busfahrer meinte, dass in Floripa noch kein Strom war, als er dort losfuhr, dass man es aber heute Abend wohl wieder hinkriegen wollte.

Der Tag aus Renés Sicht:

Nach dem Frühstück sind wir zum Busbahnhof gelaufen, um Tobi und seine Eltern zu empfangen. Wir wollten ihnen den Reisepass und ein paar andere Dinge geben, die Sandra auf der „Ilha do Mel“ vergessen hatte. (Wie hat die Frau es nur geschafft, alleine in Brasilien zu überleben?) Überraschenderweise saß Sandra ebenfalls mit in dem Bus. Nachdem die Übergabe der Sachen abgeschlossen war und ein Hotel für die vier gefunden war, gingen wir erst einmal essen. Ich erwähne dies deswegen, da während des Essen eine amüsante Geschichte passiert ist. Die deutsche Sprache ist in ihrem Klang ziemlich hart (nach dem Russischen die zweithärteste Sprache meiner Meinung nach). Wir haben schon den ganzen Urlaub gewitzelt, wie es auf einen Portugiesen wirken muss, wenn Deutsche sich einmal streiten. Hier haben wir es erlebt. Nun aber die Geschichte: Sandra unterhielt sich gerade mit dem Kellner, um herauszufinden wie die einzelnen Modalitäten der folgenden Essensvernichtung aussehen. Tobias, der ebenfalls Portugiesisch kann, hatte nicht zugehört und etwas gefragt. Darauf hat ihn Sandra mit den Worten „Pass doch auf Du Depp“ scherzhaft angefahren. Der Kellner war so erschrocken, dass er fasst einen Schritt zurückgesprungen wäre. Während das ganzen Essens fragte er mehrmals nach, ob Sandra sich wieder beruhigt hatte 😉 . Nach dem Essen hatten wir bis abends noch eine Rundreise mittels der „Linha Turisma“ durch Curitiba gemacht. Am beindruckendsten fand ich die einzelnen Parks, die über die ganze Stadt verteilt sind. Teilweise sind die Bäume, die dort stehen, älter als die Stadt (bei knapp 200 Jahren keine große Kunst – aber trotzdem beindruckend). Am Abend sind wir dann nach Foz do Iguaçu aufgebrochen.