Sa, 21.06.2003

Habe gestern mein drittes Semester Physik nachgeholt – eine Führung durch die Motorenproduktion bekommen. Auch sehr interessant. Haben beschlossen, uns für das Wochenende ein Auto zu mieten und die Gegend zu erkunden. Auf die Frage in der Autovermietung, ob denn unsere deutschen Führerscheine hier gelten würden, bekommen wir nur die verdutzte Gegenfrage, ob da irgendwo draufstehen würde, dass die nur in Deutschland gelten. Na gut… bekommen einen schneeweißen Chevrolet Celta und machen uns damit auf nach Corupá. Haben uns noch einmal die Wasserfälle dort vorgenommen, weil Tobi die ja noch nicht kannte. Natürlich haben wir diesmal auch Badesachen dabei. Als wir an den Wasserfällen ankommen, ist das Auto wegen der dort hin führenden Sand- und Schotterpiste zwar nicht mehr so schön schneeweiß, aber dafür ist das Wetter umso besser. Stiefeln also los, die Wasserfälle hinauf und machen an der zweiten Kaskade eine Badepause. Leider gestaltet sich das Baden schwieriger als erwartet. Das Wasser ist nicht nur empfindlich kühl, das Becken ist auch noch voller Steine. So kämpfen wir also mehr damit, irgendwie auf den Füßen zu bleiben und nicht der Länge nach hinzufallen. Haben aber viel Spaß und bringen einige arme Brasilianer dazu, schon beim Zusehen halb zu erfrieren… 😉 Nachdem wir die Strecke geschafft und auch wieder am Parkplatz angekommen sind, gönnen wir uns noch einen kleinen Imbiss und beschließen, noch auf den Morro das Antenas zu fahren. Jener Berg, an dem wir mit dem Rad schon einmal kläglich gescheitert sind. Gesagt, getan. Nach nicht allzu weitem Weg ist uns auch schnell klar, dass wir dort mit dem Rad wohl nie hochgekommen wären. Steigungen über 30% auf Sand und Schotter sind keine Seltenheit und das Auto ist mehr als einmal kurz vor dem Absterben. Aber letztendlich kommen wir doch oben an und werden mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Legen uns dann auf dem Berg ein bisschen hin, lassen uns die Sonne auf den Bauch scheinen und genießen den Winteranfang. Knapp 30°C und strahlendblauer Himmel – so kann er bleiben, der Winter!