Der Einstieg

Du legst gerade erst los mit dem Fotografieren, willst deine neue Kamera mit den komisch vielen Knöpfen verstehen oder hast dir vorgenommen, dem Automatik-Modus den Rücken zu kehren, weil er manchmal nicht zu den Ergebnissen führt, die du dir erhofft hattest. Egal, was der Grund ist, dass du dich ein kleines bisschen ernsthafter mit der Fotografie beschäftigen willst – hier bekommst du die Basics stark zusammengedampft und darauf ausgelegt, ohne große wissenschaftliche Erklärungen loslegen zu können.

Warum ausgerechnet so? Ganz einfach: gute (ok, und auch nicht ganz so gute) und ausführliche Bücher über Fotografie gibt es genug und viele davon sind jeden Cent wert. Falls du aber keine Lust oder keine Zeit hast, dir ein ganzes Buch durchzulesen, vielleicht weil morgen dein Urlaub anfängt und du unbedingt noch ein paar Grundlagen brauchst bis dahin, dann bist du hier genau richtig. Natürlich ersetzt das kein gutes Buch oder einen richtigen Fotokurs – aber vielleicht macht es dir ja Lust auf mehr. Dann kannst du das Thema im nächsten Schritt immer noch richtig anpacken und vertiefen. Bis dahin… viel Spaß beim Ausprobieren!

Die Sache mit Blende, Zeit und ISO

Die drei Dinger beeinflussen sich gegenseitig. Solange ich die Automatik der Kamera nutze, wird sie alle drei immer so im Gleichgewicht halten, dass das Bild vermeintlich korrekt belichtet wird.

Dummerweise weiß die Kamera nicht, was ich gerade fotografiere. Also greift sie einfach auf etwas zurück, was in den meisten Fällen passt. Die Grundregel der Kamera heißt hierbei: belichte so, dass das Bild eine ausgewogene Helligkeit hat. Dazu wandelt sie erst einmal das ganze Bild von Farbe in Grautöne um, denn schließlich interessiert nicht die Buntheit, sondern nur die Helligkeit.

Aus allen Grautönen im Bild wird dann das Mittel gebildet und eben die Belichtung so angepasst, dass das Bild die besagte ausgewogene Helligkeit bekommt. In Zahlen und für die Kamera heißt das: das Bild soll eine Helligkeit aufweisen, die einem Grauwert von freundlich-hellen 18% entspricht.

Das funktioniert häufig auch ganz gut (jepp, moderne Technik ist echt klasse) – besonders, wenn die Sonne scheint und alles Friede-Freude-Eierkuchen ist, wie auf den beiden folgenden Beispielbildern:

Blöd ist nur, wenn ich etwas fotografieren will, das so gar nicht einer ausgewogenen Helligkeit entspricht. Niemand möchte in seinem Ski-Urlaub den tollen weißen Pulverschnee in 18% Grau dokumentiert haben. Ein Feuerwerk vor 18% grauem Nachthimmel begeistert auch nur mäßig. Und ein Sonnenuntergang ist in freundlich-hellem 18% Grauwert auch wenig romantisch. In diesen Fällen ist die Automatik leider nicht mein Freund:

Schnee sollte weiß sein, nicht grau
Schnee sollte weiß sein, nicht grau
Feuerwerk hingegen sollte vor einem schwarzen Himmel erstrahlen
Feuerwerk hingegen sollte vor einem schwarzen Himmel erstrahlen

Falls ich mein Bild also selbst gestalten will (und ja, das will ich ab jetzt), sollte ich eine grobe Vorstellung davon haben, was ich da tue. Also auf geht’s – fangen wir im nächsten Beitrag mit dem Einfachsten an: der Zeit.

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