Etappe 3: Poon Hill zum Üben

Erwartungsgemäß früh werden wir davon wach, dass alle außer uns aufbrechen, um den Poon Hill zu erklimmen. Wir drehen uns lieber noch einmal um und gehen erst gegen acht ganz entspannt zum Frühstück. Da sind dir ersten von Poon Hill auch schon längst wieder zurück. Der Frühstücksraum liegt um diese Zeit fantastisch in der Sonne, so dass es regelrecht warm ist. Will sagen, wir ziehen noch mit dem ersten Kaffee die Mützen und die Jacken aus. 🙂

Nach einem Frühstück ganz in Ruhe beschließen wir, schon einmal den Poon Hill zu erklimmen – sozusagen zu Übungszwecken. Die Sicht ist nämlich wunderbar klar, aber der Ort selbst gibt jetzt so megamäßig nix her, dass man einen ganzen Tag darin herumspazieren müsste. Also ab auf den Berg.

Blick aus dem Fenster
Blick aus dem Fenster

Der Einstieg ist gut ausgeschildert und so stiefeln wir los – immer bergauf und größtenteils über Stufen. Der Ticketschalter ist um diese Zeit schon nicht mehr besetzt und die Bauarbeiter, die dort am Weg werkeln, rufen uns nur „mita, mita!“ zu – hoch, hoch – mit einer entsprechenden Armbewegung gen Gipfel. Also weiter geht’s.

Nach einer kleinen Weile stehen wir am Fuß einer gut ausgebauten, schnurgeraden Treppe und blicken hinauf auf ein paar technische Anlagen. Sollten wir so schnell schon angekommen sein?

Schon da?
Schon da?

Doch natürlich ist dort, wo es nach Gipfel aussieht, wie so oft noch lange kein Gipfel. Es sind tatsächlich nur ein paar technische Anlagen und oben angekommen wird deutlich, dass es wohl noch um einiges höher geht. Dafür steht hier eine Bank und wir machen eine kurze Pause – die Ausblicke am Wegrand sind einfach gigantisch.

Wunderschön
Wunderschön
Blick zum Machhapuchhre
Blick zum Machhapuchhre

Wir stiefeln weiter durch schier unglaubliche Rhododendronwälder bergauf und es wird trotz herrlichem Sonnenschein nicht unbedingt wärmer. Noch einmal wähnen wir uns kurz vor dem Gipfel, nur um uns eine Biegung weiter eines Besseren belehren zu lassen. Aber schließlich ist es doch geschafft. Wir stehen oben am Poon Hill und haben eine grandiose Rundumsicht bei allerbestem Wetter.

Poon Hill
Poon Hill
Rundrum nix als grandiose Landschaft
Rundrum nix als grandiose Landschaft
Das Daulaghiri-Massiv
Das Daulaghiri-Massiv
Yeah! :)
Yeah! 🙂

Wir haben den kompletten Poon Hill für uns alleine und verbringen eine ganze Weile dort oben. Wir lassen uns die Sonne ins Gesicht scheinen (dick eingepackt natürlich) und machen unzählige Fotos. Irgendwann meldet der Magen leichten Hunger an und wir treten den Rückweg an.

Ein letzter Blick zurück auf die Annapurna South
Ein letzter Blick zurück auf die Annapurna South
Bunte Gebetsfahnen überall
Bunte Gebetsfahnen überall

Wieder in unserer Lodge angekommen, setzen wir uns in die Dinnerhall und sehen zu, wie sich der Himmel immer mehr zuzieht. Das kennen wir ja schon von gestern – allerdings setzten die Wolken da erst am späteren Nachmittag ein. Heute ist bereits Mittags plötzlich alles weiß draußen.

Nach dem Mittagessen ruhen wir uns auf unserem Zimmer etwas aus und irgendwann hören wir auf dem Flur die Stimmen von Dipak, Ram, Hannes und Birgit, die offenbar gerade ankommen. Wir gönnen ihnen noch etwas Zeit zum Ankommen und Duschen und dann gehen wir wieder in die Dinnerhall, wo es ein großes Wiedersehen gibt. Wir sitzen lange bei Tee zusammen und erzählen uns gegenseitig, wie es uns in den letzten Tagen ergangen ist. Birgit und Hannes berichten von einer ziemlich beschwerlichen und bitterkalten Passquerung bei -20°C. Bei allem Neid – es war die richtige Entscheidung, mit der Bronchitis nicht weiterzugehen.

Zum Abendessen gönnen wir uns heute flambierten Wasserbüffel – der mit in einer beeindruckenden Stichflamme an unseren Tisch kommt. Anschließend organisiert Dipak uns eine Kerze und wir feiern mit Mandarinen (frisch vom Baum) und Schoki (schon etwas ramponiert nach den vielen Tagen im Rucksack) den 1. Advent.

Zeitig wie immer geht es dann ins Bett. Für morgen sind wir zu 5:00 Uhr verabredet. Wir wollen die Wetterlage checken (denn draußen herrscht noch immer dicke Wolkensuppe) und dann entweder auf den Poon Hill hinauf – oder eben wieder ins Bett.

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