Etappe 2: von Tikhedhungga nach Ghorepani

Nach dem Frühstück brechen wir pünktlich um 7:30 Uhr auf. Es geht über zwei Hängebrücken und nach 300m fangen die berühmten 3.500 Stufen nach Ghorepani an. Von nun an geht es praktisch nur noch bergauf. Von den 1.500m, auf denen Tikhedhungga liegt, bis auf 2.800m nach Ghorepani. Die ersten 700 Hm legen wir innerhalb einer Stunde und innerhalb 3 km zurück. Wir schwitzen bereits nach 10 Minuten wie die Yetis, obwohl es alles andere als warm ist. Dann hat Renji Erbarmen mit uns und wir machen eine Pause. Wir sponsern eine Runde Bananen und weiter geht’s. Jam jam.

Da geht's rauf...
Da geht’s rauf…
Unser tapferer Renji
Unser tapferer Renji
Und immer schön weiter...
Und immer schön weiter…
Dort in Tikhedhungga sind wir vor einer Stunde aufgebrochen
Dort in Tikhedhungga sind wir vor einer Stunde aufgebrochen

Kurz darauf sind wir bereits in Ulleri und natürlich geht es weiter bergauf. Wir haben keine Ahnung, wie viele der angeblich 3.500 Stufen wir bereits hinter uns haben – gefühlt dürften es aber so an die 5.000 sein.

Renji Sherpa - unser Held
Renji Sherpa – unser Held
In Ulleri
In Ulleri

Irgendwann – nach ungefähr weiteren 10.000 Stufen und auf bereits 2.500m streike ich und fordere eine Teepause ein. Inzwischen laufen wir durch dichten Nebelwald und dass man unsere Atemwolken sehen kann, erklärt, warum wir inzwischen auch beim Stufensteigen frieren. Also schnell einen heißen Tee bestellt und warm eingepackt. Dazu gibt’s Schoki – damit kriegen wir sogar Renji rum. Dann ist es auch schon wieder Zeit aufzubrechen. Bergauf, versteht sich. Wir haben ja noch ein paar Höhenmeter vor uns.

Wasserfall im Nebelwald
Wasserfall im Nebelwald

Nach weiteren 7.000 Stufen macht Renji wieder eine Pause und plötzlich kommen auch der gestern verunglückte Porter und seine Kundin angestiefelt, die in Ulleri übernachtet haben. Beiden geht es gut und wir lassen uns erklären, dass wir viel zu schnell unterwegs sind. Wenn man wie wir in Tikhedhungga nächtigt, sollte man frühestens in einer Stunde an diesem Punkt sein. Joa… Wir machen noch ein Foto, tauschen Namen und Kontakte aus und stapfen nach einer Runde Bananen von Renji gemeinsam weiter. Nun sind es tatsächlich nur noch ein paar hundert Meter und die ersten Häuser von Ghorepani tauchen vor uns auf. Wir zeigen unsere Permits am Check Post vor und haben Renjis Prognose von gestern sogar noch um 30 Minuten unterboten. 5 Stunden von Tikhedhungga nach Ghorepani. Yeah – wir sind Helden. 🙂

Welcome to Ghorepani
Welcome to Ghorepani
Am Checkpost
Am Checkpost

Nach dem Check Post laufen wir weiter zu unserer Lodge – und ja, natürlich geht es dafür noch etliche Stufen bergauf. Als wir um die letzte Ecke biegen und vor unserer Lodge stehen, verschlägt es mir schier den Atem. (Ok… vielleicht kullert auch ein Tränchen.) Wir haben einen gigantischen Blick auf die komplette Welt der 8.000er dieses Gebiets: das Dhaulaghiri-Massiv, Tukuche, Nilgiri, das Annapurna-Massiv, die Gangapurna und den Machhapuchhre. Jetzt bin ich sicher, dass sich jede einzelne der 350.000 Stufen gelohnt hat.

Dafür hat sich jede einzelne Stufe gelohnt
Dafür hat sich jede einzelne Stufe gelohnt

Wir beziehen kurz unser Zimmer, das die gleiche grandiose Aussicht hat und dann gehen wir in die Dinnerhall fürs Mittagessen. Anschließend gönnen wir uns erst mal eine heiße Dusche, die dank Gasbetrieb wirklich heiß ist – herrlich! Nur das rauskommen ist ziemlich ernüchternd, denn rundherum hat der Duschraum für die bessere Belüftung einen schmalen Spalt von einem knappen halben Meter – und draußen herrschen eben immer noch Minusgrade. Also schnell rein in die ganz warmen Klamotten, Mütze auf und ab zurück in die Dinnerhall, wo wir einen Pott heißen Tee bestellen. Und wenn wir schon mal dabei sind, bestellen wir eben auch noch ein Stück Apfelkuchen .

Wir beobachten die spannenden Wetterwechsel in den Bergen – innerhalb von Minuten haben wir abwechselnd völlig klare Sicht oder sehen außer dicken Wolken überhaupt nichts vor den Panoramafenstern. Als wir Renji treffen, bekommt er noch unser kleines Dankeschön-Präsent, das wir ihm zusammengestellt haben. Immerhin hat er sich die letzten Tage bestens um uns gekümmert – auch wenn die Tour völlig unplanmäßig gelaufen ist.

Zum Abendessen füllt sich der Raum zunehmend, aber irgendwie können weder die vielen Leute noch der Ofen in der Mitte des Raumes die Temperatur auf zweistellige Werte anheben. Also gibt es nach dem Essen noch einen Tee und dann geht’s ab ins Bett. Morgen wollen die anderen Trekker alle früh raus, um zum Sonnenaufgang am Poon Hill zu sein. Wir machen morgen einen Ruhetag und steigen erst übermorgen da rauf – dann wieder gemeinsam mit Dipak, Birgit und Hannes. 🙂

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