Etappe 1: Auf dem Poon Hill Trek von Nayapul nach Tikhedhungga

Überpünktlich stehen wir auf, packen die letzten Sachen zusammen und erklimmen die 4 Etagen zum Frühstück. Leider zeigt sich hier recht schnell, dass die Aussage der Rezeption beim Einchecken recht optimistisch war. Das vermeintlich ab 6:00 Uhr bereitstehende Frühstück ist auch um 6:45 Uhr noch nicht aufgebaut. Nach kurzer Diskussion mit dem Personal rettet uns die Angabe unserer Zimmernummer – jetzt können Sie bestätigen, dass uns Frühstück zusteht. Hurra. Da das natürlich nichts an der Tatsache des nicht aufgebauten Buffets ändert, bekommen wir kurzerhand die Karte zum Bestellen in die Hand gedrückt. Gerade so pünktlich sind wir dann fertig und abmarschbereit für die erste unserer 5 Etappen Poon Hill Trek .

Vor der Tür treffen wir auf Renji, der gerade ein Taxi organisiert. Selbiges bringt uns dann – mit großartigen Ausblicken auf Dhaulaghiri, Machhapuchhre und Annapurna – in einer Stunde und für 2.000 NPR nach Nayapul, dem Einstiegspunkt in den Poon Hill Trek.

Da kommt Vorfreude auf
Da kommt Vorfreude auf
Start in Nayapul
Start in Nayapul
Endlich wieder eine Hängebrücke ;)
Endlich wieder eine Hängebrücke 😉
Einfach wow...
Einfach wow…
Blick zum Macchapucchre
Blick zum Macchapucchre

Nach den ersten paar hundert Metern sprechen wir zunächst am Check Post vor, wo unsere Permits kontrolliert und unsere Daten aufgenommen werden. Dann laufen wir grad einmal über eine Brücke rüber nach Birethanti, wo direkt der nächste Check Post auf uns wartet.

Checkpost in Birethanti
Checkpost in Birethanti

Danach sind die Formalitäten für heute erledigt und wir können unseren Trek beginnen. Selbstverständlich geht es bergauf. Nach kurzer Zeit gönnt Renji uns eine Pause und ersteht für jeden eine Banane. Während er noch die Bananen begutachtet, kippt auf einmal ein anderer Porter einfach um. Dummerweise schlägt er dabei mit dem Kopf gegen einen Fels. Er steht zwar von selbst wieder auf – ist allerdings gehörig durch den Wind und hat eine ziemliche Platzwunde. Während wir kurzerhand die Erstversorgung übernehmen (endlich haben wir unser 1. Hilfe Packerl mal nicht umsonst dabei), wundern wir uns, wie wahlweise hilflos oder auch unbeteiligt der Rest der Anwesenden drumherum steht. Wir verstehen zwar nicht, was gesprochen wird, aber mehrfach fällt das Wort Doktor. Unser Packerl und einfach mal machen scheint mächtig Eindruck zu machen – man hält uns wohl für Ärzte. Mit frisch desinfiziertem und hübsch verbundenen Kopf sowie einer Coke für den Zuckerhaushalt lassen wir den Porter samt seiner Kundin zurück – nicht ohne die klare Anweisung, erst die Coke auszutrinken und danach zurück nach Birethanti zu gehen und einen Arzt aufzusuchen.

Unterwegs auf dem Poon Hill Trek
Unterwegs auf dem Poon Hill Trek

Wir laufen weiter und jetzt scheint Renji wild entschlossen, die durch die erste Hilfe verlorene Zeit wieder aufzuholen. Es geht unbarmherzig bergauf – natürlich durch die pralle Sonne. Immerhin schnaufe ich so nicht ganz so kalte Luft und meine Lunge wehrt sich nur ein bisschen. In einem Dorf schließt sich uns für ein paar Kilometer ein Hund an und begleitet uns. Zwischendurch kaufen wir noch einmal Bananen, weil die kleinen Dinger nämlich zuckersüß und richtig lecker sind. Als Renji uns einige Zeit später wieder eine Pause zugesteht, stellen wir fest, dass wir bereits in Hille sind – unserem eigentlichen Tagesziel für heute.

In Hille
In Hille
Die lassen wir erst mal durch
Die lassen wir erst mal durch

Renji stiefelt nach einer Pause allerdings unbeirrt weiter. Na ja, ist ja auch erst Mittag und meine Lunge hängt noch nicht raus – also jam jam (sprich: dscham dscham, nepalesisch für: auf geht’s). Nur Mittagessen wäre langsam irgendwie gut. Kurz darauf (natürlich bergauf) sind wir dann auch schon in Tikhedhungga und haben bereits 500Hm geschafft. Renji setzt an einem Gästehaus das Gepäck ab und verhandelt über Zimmer – praktisch, wenn einige Worte auch zwischen Nepalis auf Englisch verwandt werden. Hier ist also Schicht für heute.

In Tikhedhungga
In Tikhedhungga
Unsere Lodge
Unsere Lodge

Wir beziehen unser Zimmer und gehen dann erst einmal Mittagessen. Anschließend spazieren wir noch ein wenig durch den Ort und setzen uns an den Wasserfall. Hier bekommen wir noch ein paar possierliche Tierchen zu sehen, die wir aber beim besten Willen nicht benennen können. Dafür schauen wir uns schon mal an, wo der Poon Hill Trek morgen weitergeht – die berühmten 3.500 Stufen hinauf nach Ulleri.

Tikhedhungga
Tikhedhungga
Gewagte Architektur
Gewagte Architektur
Blühende Bäume Ende November
Blühende Bäume Ende November
Da geht es morgen hoch...
Da geht es morgen hoch…

Als wir gerade wieder zurückkommen, treffen wir plötzlich den verunglückten Porter und seine Kundin wieder. Sie erklärt uns ganz stolz, dass er beim Arzt war und alles ok ist. Auch er selbst sieht wieder deutlich klarer aus und sein Kopf ist neu verbunden. Diesmal in rosa. Die beiden stiefeln also weiter ihres Wegs und wir sind happy, dass alles gut ausgegangen ist.

Den restlichen Nachmittag vergammeln wir einigermaßen und dann ist es auch bald Zeit fürs Abendessen. Dort setzt sich zum ersten Mal sogar Renji mit an unseren Tisch (freu) und wir besprechen den morgigen Tag. Was irgendwie witzig ist, wenn man keine wirkliche gemeinsame Sprache hat. Aber wozu gibt es die Wanderkarte, Hände und Füße… Während Dipak noch empfahl, in zwei Etappen weiter nach Ghorepani zu gehen, ist Renji frohen Mutes, dass wir morgen zum Mittagessen dort sind. Fünfeinhalb Stunden schätzt er. Puh. Nun denn… wir lassen uns überraschen. Schnell noch das Frühstück für morgen geordert und dann geht es auch schon in die Falle. Herrlich, täglich auf 10 Stunden Schlaf zu kommen, obwohl um 6:15 Uhr der Wecker klingelt… 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.