Etappe 5: von Lower Pisang über Ngawal nach Manang

Für heute haben wir wieder einmal die Möglichkeit, einen einfachen Weg zu wählen oder einen Weg zu gehen, der unserer Akklimatisierung zugute kommt. Natürlich entscheiden wir uns für die vernünftige Version und so führt unser Weg nach Manang heute über Ngawal. Dazu ist zunächst einmal in nicht enden wollenden Serpentinen ein knackiger Anstieg von 3.200m auf fast 3.700m zu bewältigen. Auf halber Höhe kaufe ich einem Händler ein paar Äpfelchen ab – weil der Rucksack sich irgendwie noch so leicht anfühlt. Hihi…

So startet es sich doch prima
So startet es sich doch prima
Mani-Mauer
Mani-Mauer
Mani-Steine
Mani-Steine
In Stein gemeißelt
In Stein gemeißelt
Und noch viele kleine Mani-Steine
Und noch viele kleine Mani-Steine
Was für ein Ausblick
Was für ein Ausblick

Zwischendurch laufen wir immer mal wieder auf eine größere Gruppe Engländer auf – vermutlich auf der Flucht vor dem Brexit. Nach dem gröbsten Anstieg kommen wir an einer Gompa an, von der man nicht nur einen grandiosen Ausblick auf das Annapurna Massiv und diverse andere Berge hat. Zusätzlich gibt es hier ein kleines Teehaus, dessen geschäftstüchtige Inhaberin leckere Apfelküchlein verkauft – eine Art Empanadas mit Apfel gefüllt. Wir nehmen jeder eins plus einer Tasse Tee und frönen dann eine Runde dem Fremdschämen, als sich einer der Brexit-Flüchtlinge lautstark über den fürchterlichen Preis von 100 NPR (nicht mal 1 Euro) aufregt. Oh Mann… geh mal in London einkaufen, Buddy!

Teepause mit Blick auf Annapurna II
Teepause mit Blick auf Annapurna II
Gompa bei Ngawal
Gompa bei Ngawal

Nachdem wir eine Weile die Aussicht und die Sonne genossen haben (das heißt natürlich nicht, dass es warm ist!), setzen wir den Weg fort. Und natürlich geht es nach kurzer flacher Strecke auch direkt wieder bergauf. Ein paar Kurven weiter laufen wir mal wieder auf die Brexit-Flüchtlinge auf und werden Zeuge, wie unser preisbewusster Buddy peinlich berührt von britisch weiß auf ziemlich rot anläuft, nachdem er beim Pinkeln seinen kleinen Buddy nicht schnell genug verstaut kriegt, als wir fünf um die Ecke gebogen kommen. Ha, Strafe muss eben sein! 😉

Das Gesicht der Annapurna II
Das Gesicht der Annapurna II

Noch einige Kurven und Höhenmeter weiter sind wir dann in Ngawal, einem Dorf, das auf den ersten Blick wie ein Geisterdorf aussieht und aus der Ferne kaum zu sehen ist – so gut getarnt sind die ganz aus Steinen gebauten Häuser in der kargen Felslandschaft. Zwischen den Häusern pfeift der Wind durch die kalten Gassen und wir kommen an mehr als einer eingefrorenen Wasserstelle vorbei. Das Interessante am Wetter hier oben: die Sonne knallt mächtig vom Himmel. Ohne Wind ist es richtig schön warm. Mit Wind wird es schnell ungemütlich frisch. Im Schatten ist es fies kalt. Im Schatten und mit Wind… nun… Dafür haben wir wohl Fleece und Daunenjacken dabei. 😉

Da gab's Teepause
Da gab’s Teepause
Ngawal
Ngawal

Wir schrauben uns auf etwa 3.800m und kommen dann endlich in einem Döflein an, wo es Mittag gibt. Mittlerweile ist meine Nase nicht mehr nur sporadisch am Laufen, sondern auch ziemlich verstopft und fühlt sich verdächtig nach Schnupfen an. Mist.

Nach dem Mittag geht es abwärts. Und zwar sowohl geologisch als auch mit meiner Gesundheit. Sporadische Kopfschmerzen machen sich bemerkbar und ich weiß nicht, ob sie vom Schnupfen oder von der Höhe kommen. Wir kommen  an Humde vorbei, dem zu Manang gehörigen Flughafen. Leider ist die Häuseransammlung dazu noch nicht Manang. Und auch das nächste Dorf, das wir nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen, ist noch nicht Manang, sondern erst Brakha. Bis Manang sind es noch ca.  30 Minuten – die wir nun im Schatten zurücklegen und daher einen gewissen Stechschritt an den Tag legen. Es wird ziemlich frisch.

Bei Humde
Bei Humde
Schatten -> kalt!
Schatten -> kalt!
Klosteranlage bei Brakha
Klosteranlage bei Brakha

In Manang angekommen, bestelle ich mir einen Tee und dann lege ich mich erst einmal in meinen warmen Schlafsack. Anschließend gehe ich zum Essen in die per Ofen beheizte Dinnerhall und es wird ziemlich schnell klar, dass es mir gar nicht gut geht. Ich habe plötzlich brachiale Kopfschmerzen und einen nicht enden wollenden Reizhusten. Für die Akklimatisierungstour morgen sehe ich schwarz – und im Moment habe ich leider auch nicht den Eindruck, in den nächsten Tagen fit für den Pass zu sein. Zumindest aber die Kopfschmerzen hören über das Essen plötzlich wieder auf. Immerhin.

Nach dem Essen sammeln wir in der Gruppe alles an Medikamenten zusammen, was unsere Reiseapotheken so hergeben und ich werfe einen ziemlichen Cocktail ein – alles oder nichts. Innerhalb von Minuten schlafe ich dank Hannes‘ Hustenstiller ein.

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