Etappe 4: von Chame über Upper Pisang nach Lower Pisang

Beim Aufwachen beträgt die Temperatur im Zimmer ganze 5°C. Mit etwas Überwindung schälen wir uns aus den Schlafsäcken und stellen fest, dass es sich trotz allem nicht so schlimm anfühlt wie gestern Abend. Vielleicht einfach, weil wir jetzt ausgeschlafen und erholt sind. Eine heiße Nudelsuppe zum Frühstück tut ihr übriges und kurze Zeit später sind wir startklar. Unsere heutige Etappe ist mit 5-6 Stunden kürzer als die vorigen – allerdings bekommen wir direkt die Empfehlung mit, von Lower Pisang aus noch einen Ausflug zur Monastery von Upper Pisang zu machen. Der guten alten Akklimatisierungsregel folgend: walk high, sleep low.

Zunächst geht es aber erst einmal in stetem Auf und Ab los. Die ersten zwei Stunden verbringen wir so zwischen 2.600m und 2.800m. Strengt irgendwie an… aber die Gegend ist wunderschön.

Om mani padme hum...
Om mani padme hum…
Aufbruch in Chame
Aufbruch in Chame
Mani-Mauer
Mani-Mauer
Mani-Steine
Mani-Steine
Chorten
Chorten

Unterwegs sehen wir, wie ein paar Nepalis Holzbalken über den Fluss tragen. Zwei 15’er Balken Hartholz von vier Metern Länge an die Stirn gebunden – und das Ganze wird über einen völlig vereisten Baumstamm über den Fluss balanciert. Wir schwanken irgendwo zwischen Entsetzen und Bewunderung.

Über den Fluss
Über den Fluss
Unglaublich...
Unglaublich…

Dann ist es auch schon Zeit für eine Teepause und da hier ein Apfelanbaugebiet ist, erstehen wir für 80 NPR noch zwei Äpfelchen zu unserem Tee. Einen schälen und essen wir gleich, den anderen heben wir uns für später auf.

Anschließend laufen wir eine recht schöne Strecke durch Nadelwald. Könnte fast wie zu Hause sein – wäre da nicht immer wieder dieser gigantische Blick auf die 8000’er. So langsam schrauben wir uns jetzt auch in die Höhe und erreichen pünktlich zum Mittagessen unsere heutige Zielhöhe von 3.200m. Wir setzen uns zunächst auf die Rooftop Terrasse, die herrlich in der Sonne liegt – nur um nach der ersten Tasse Tee lieber wieder ins Erdgeschoss abzusteigen. Der Wind ist einfach fies kalt. Dann genießen wir unser vegetarisches Curry (und ich scheitere an der schieren Menge Reis). Nach dem Essen bespricht Dipak mit uns den weiteren Plan. Seine Empfehlung: zunächst nach Lower Pisang, dort Rucksäcke abstellen und dann weiter nach Upper Pisang. Alternative: mitsamt dem Gepäck direkt nach Upper Pisang und dafür die „Straße“ vermeiden. Natürlich nehmen wir die Alternative.

Auf dem Weg nach Upper Pisang
Auf dem Weg nach Upper Pisang

Auf geht’s also nach Upper Pisang und damit auch wieder bergauf. Im Ort angekommen, nehmen wir zuerst wie üblich die Gebetsmühlenstrecke mit und dann kraxeln wir die Gassen (oder sollte man sie besser Treppen nennen?) im Ort hinauf zur Monastery. Die ist ganz hübsch anzuschauen, aber leider geschlossen. So machen wir nur eine Weile Pause, um unseren Körpern unmissverständlich den Auftrag zu geben, viele schöne rote Blutkörperchen zu produzieren…

Gebetsmühlen-Marathonstrecke
Gebetsmühlen-Marathonstrecke
Immer weiter...
Immer weiter…
...und auf der anderen Seite wieder zurück
…und auf der anderen Seite wieder zurück
Monastery in Upper Pisang
Monastery in Upper Pisang
Die Monastery
Die Monastery
Ausblick
Ausblick

Anschließend steigen wir die ganzen Stufen wieder hinab und nehmen den kurzen Weg rüber nach Lower Pisang, auf der anderen Flussseite, in Angriff. Eine Ehrenrunde um die 100m Gebetsmühlenstrecke  (direkt nach rechts zur Lodge abzubiegen würde dem Buddhistischen Brauch widersprechen, immer im Uhrzeigersinn um Gebetsmühlen zu laufen) und dann stehen wir auch schon in unserer Lodge. Heute hat das Zimmer leider kein eigenes Klo und die Solardusche ist bereits fast aufgebraucht, als wir dran sind – und damit ziemlich kalt. Wir kämpfen mit ein bissel Schnupfen und so ist erst mal ausruhen angesagt. Später setzen wir uns in der Dinnerhall zusammen, zahlen fürs WLAN heute nur 100 NPR  (recht schmal ist es trotzdem, hihi) und vertreiben uns bei Kaffee, Tee, Keksen und unserem Apfel die Zeit bis zum Abendessen. Ein kleiner Nepalese leistet uns Gesellschaft und findet es super, sein Konterfei auf meinem Handy wiederzufinden (und vor allem, darauf herumzupatschen). Das Spiel üben wir eine kleine Weile – bis er die Kekse entdeckt… 😉

Mein neuer Freund :)
Mein neuer Freund 🙂

Irgendwann werfen sie auch den Ofen an und wir versammeln uns darum herum, gemeinsam mit unseren Trägern und dem Guide. Ist eine echt lustige Runde – besonders, als ich meine App zum Nepalesisch lernen raushole und sie Sätze vorsprechen lasse wie: willst du mich heiraten? Unsere beiden Träger lachen echt Tränen.
Zum Essen bestellen wir heute zum ersten Mal nicht alle dasselbe. Eine Premiere. 😉 Für mich gibt es eine Tomatensuppe und Gemüse-Ei-Momos. Lecker.

Ach ja… das GPS hat heute leider nach der Hälfte der Strecke keinen Strom mehr gehabt. Hab ich natürlich erst im Ziel festgestellt. Darum gibt’s von heute leider nur die halbe Strecke…

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