Etappe 2: von Jagat nach Dharapani 

Wieder sitzen wir um sieben beim Frühstück. Diesmal gibt es Pachati (nepalesisches Brot) mit Omelette. Unser Gepäck steht schon bereit und wird von unseren beiden heldenhaften Trägern verschnürt. Nach dem Frühstück starten wir auf die heutige Etappe, die uns nach Dharapani bringen soll. Dipak hat bereits angekündigt, dass wir die Achttausender heute nicht zu sehen bekommen, dafür aber eine sehr schöne Wanderung größtenteils abseits der „Straße“ vor uns haben. Und so kommen wir auch kurz nach dem Start bereits an Wasserfällen vorbei, über die sich das Gletscherwasser der Berge in den Marsyangdi stürzt. Natürlich überqueren wir diesen auch ein paarmal und haben so heute ausgiebig Gelegenheit, uns an die Hängebrücken zu gewöhnen.

Einer von unzähligen Wasserfällen
Einer von unzähligen Wasserfällen
Da geht's lang!
Da geht’s lang!

Wir laufen durch Wälder, Reisterrassen und immer wieder über den Marsyangdi. So bleiben auch im weiteren Wegverlauf Wasserfälle und Hängebrücken ein steter Anblick.

Nur ein winziger Ausschnitt
Nur ein winziger Ausschnitt
Allemann rüber - und nicht schaukeln! ;)
Allemann rüber – und nicht schaukeln! 😉

Irgendwann verlassen wir das Marsyangdi-Tal und widmen uns dem, was in der Karte als „Long Hot Climb“ bezeichnet ist. Ja, es geht bergauf. Zwischendurch kommen wir allerdings auch mal wieder auf etwas ebenerer Strecke vorbei und dürfen ein paar Affen in den Bäumen beobachten. Leider verstecken sich die kleinen Biester so gut im Blätterwerk, dass man sie kaum fotografiert bekommt.

Suchbild: Affe
Suchbild: Affe

Weiter geht’s und wir stellen fest: die Karte soll mit ihrem „Long Hot Climb“ doch recht behalten. Es geht jetzt einen Geröllhang elendig bergauf. Oben angekommen werden wir dafür doppelt belohnt – von einem großartigen Ausblick und einer Teepause im Nilgiri-Hotel. Oder was halt so als Hotel durchgeht, wenn weit und breit nix anderes da ist… 😉

Teepause
Teepause

Wir gönnen uns die übliche Coke und Birgit spendiert Studentenfutter. Bald sind wir frisch gestärkt und können uns auf den weiteren Weg in Richtung Mittagspause machen. Diese soll es im Ort Tal geben und bis dahin dürfte es auch gar nicht mehr so weit sein.

Schnell wird klar, dass die Gegend hier statt vom Hinduismus nun immer mehr vom Buddhismus geprägt ist.

District-Grenze
District-Grenze

An der Grenze zum nächsten District öffnet sich ein gigantischer Ausblick auf den Marsyangdi und die kleine Ortschaft Tal vor uns.

Was für ein Ausblick
Was für ein Ausblick

Wir laufen hinab bis auf Flusshöhe und ich lasse es mir nicht nehmen, über den Strand zu laufen und die Hand einmal ins Wasser zu stecken. Japp, ist Gletscherwasser! Brrrrrr…!!

Strand vor Tal
Strand vor Tal

Von hier ist es nicht mehr weit und wir erreichen den wirklich hübschen Ort Tal. Hier wirkt alles gepflegt und die Einwohner haben alle eine Menge Blumen vor ihre Häuser gepflanzt, was direkt freundlich und einladend wirkt. In Tal machen wir Mittagspause und haben auch nichts dagegen, in der Sonne etwas länger auf unser Essen warten zu müssen.

Wir kommen nach Tal
Wir kommen nach Tal
Mittagspause
Mittagspause
Der Mais muss trocknen
Der Mais muss trocknen

Kurz hinter Tal kommen wir an unseren ersten Gebetsmühlen vorbei. Eine ganze Reihe, an der wir – wie es der Buddhismus gebietet – im Uhrzeigersinn (also links) vorbeigehen und die Gebetsmühlen drehen. Natürlich auch im Uhrzeigersinn. Auf jeder der Gebetsmühlen ist das buddhistische Mantra Om Mani Padme Hum dargestellt und im Inneren befinden sich jeweils 108 Papiere, auf denen das Mantra auch aufgeschrieben ist. Daher hat das Drehen der Gebetsmühlen den gleichen Effekt wie das Rezitieren des Mantras.

Gebetsmühlen hinter Tal
Gebetsmühlen hinter Tal
Om mani padme hum
Om mani padme hum

Jetzt ist es schon nicht mehr weit bis nach Dharapani und wir laufen auf einem in den blanken Fels gesprengten Weg immer durch das Marsyangdi-Tal.

Durch das Tor...
Durch das Tor…
...am Marsyangdi entlang...
…am Marsyangdi entlang…
...einen schönen Wanderweg entlang
…einen schönen Wanderweg entlang

Dann geht es doch noch mal auf die andere Flussseite und damit auf die Straße. Allerdings ist hier wirklich kaum Verkehr und wenn der Wasserfall die Straße entlangläuft, kommt auch nicht wirklich ein Gefühl von Straße auf. Noch einmal etwas bergauf gehen wir die letzten Kilometer nach Dharapani.

Wasserfall kreuzt Straße
Wasserfall kreuzt Straße

In Dharapani angekommen waschen wir noch schnell unsere Klamotten und dann sitzen wir wieder mit heißem Tee beim Abendessen zusammen. Draußen ist es nämlich inzwischen empfindlich kalt – und drinnen leider auch. Die Dinnerhall hat wenig mehr als 5 Grad und wir sitzen mit Daunenjacken beim Abendessen. Es ist kalt und zugig und wir werden nicht alt heute. Nach dem Essen gibt es noch schnell das Briefing für die morgige Etappe und dann verkriechen wir uns auch schon in unsere warmen Schlafsäcke.

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