Namaste Nepal!

Wie gut, dass wir uns entschieden haben, das Taxi eine halbe Stunde eher zu nehmen, als es eigentlich Sinn machen würde. Beim Check-in erfahren wir nämlich, dass das Boarding bereits 75 min vor Abflug stattfindet. Auf unsere erstaunt / fragend hochgezogenen Augenbrauen ernten wir ein entschuldigendes Lächeln und eine wortreiche Erklärung. In Kurzfassung: eigentlich isses viel später, aber bei unseren Landsleuten ist es so sicherer… Alles klar. Also ist doch noch Zeit für einen Konsumgesellschaftsabschiedsburger und dann geht’s tatsächlich auf in den Urlaub.

Erkenntnis Nummer 1 in Sachen fremde Kultur gibt’s beim Boarding direkt gratis dazu: Körperausdünstungen jeder Art sieht man auf einem Flug nach Indien eher entspannt…urks. Dafür gibt’s rekordverdächtige Kontrollen der Pässe und Boardkarten: innerhalb von 40m (inkl. Gangway) 4x. Sicher ist sicher. Die Verpflegung an Board ist gut (ah ja, die Gewürzintensität ist typisch indisch – was etwas Angst macht, ist der Gedanke, dass das die Touri-taugliche Light-Version sein dürfte…) und in den Sitzen ist erstaunlich viel Platz (sage nicht nur ich). Highlights an Ansagen während des Fluges: „…keep your seat belts in an upright position…“ (hö??) und „…in Delhi we have 20 degrees and a soft fog.“ Gut, dass wir da nicht raus müssen! 😉

Nicht einmal sieben Stunden später landen wir – mit Blick auf die Ausläufer des Himalaya – dann auch schon in Delhi. (Darf man sagen, der Flug verging wie im Flug…?) Hier stöbern wir erst einmal durch die Flughafengeschäfte, auf der Suche nach Batterien. Haben wir nämlich in der Hektik vor dem Abflug verpeilt. Wir werden schnell fündig und schauen anschließend im Foodcourt vorbei. Meckes sieht irgendwie verdächtig nach KFC aus, wenn Kühe heilig sind und Kaffee ist hier offensichtlich dem Tee klar unterlegen. Wir finden aber dann doch ein gutes Café mit richtigem Kaffee und einem Stück Schokokuchen und dann dauert es noch genau 10 Minuten, bis ich in dem höchst bequemen Sessel sowas von weggeratzt bin… hihi.
Vor dem Weiterflug finden wir noch eine Apotheke und decken uns mit einem Antibiotikum für (oder gegen) Magen-Darm ein. Eine zufällig in der Kassenschlange vor uns stehende US Bürgerin, die nach eigener Aussage früher mal Ärztin war, macht einen Check auf die Wirkstoffe und gibt grünes Licht. Rezepte sind völlig überbewertet.

Weiter geht es also – vor uns liegt nur noch ein kleiner Hüpfer rüber nach Nepal – immer in Richtung Himalaya. Geboardet sind wir schnell und es ist jetzt auch nicht grad ungemütlich – aber eine knappe Stunde hätten wir jetzt nicht so zwingend gebraucht, bis wir mal starten… Einmal in der Luft, sieht die Welt allerdings wieder ganz anders aus. Wir fliegen – wenn auch in gebührendem Abstand – einmal an der Südseite des Himalaya entlang. Am Horizont türmen sich schneebedeckte Berge auf. Optisch fast wie die Alpen, nur irgendwie mächtiger. Und der Abstand zur eigenen Flughöhe ist verdächtig gering…

Schließlich landen wir in Kathmandu und gönnen uns das Vergnügen der Einreiseprozedur. Zettelchen ausfüllen (mit den gleichen Infos wie schon auf dem Visumsantrag, Visa bezahlen (cash – dass sie Kreditkarten akzeptieren steht nur so auf dem Schild) und dann noch mal laaange für das Visum anstehen. Anschließend durch eine völlig sinnlose Sicherheitskontrolle, das Gepäck abholen und dann wartet auch schon unser Abholer inkl. einer Blumenkette zur Begrüßung auf uns. Mit einem Mini Bus geht es dann nach Thamel, wo unser Hotel ist.

Dort treffen wir auf Birgit und Hannes, unsere zwei Mitwanderer. Es gibt noch ein Briefing und wir lernen Dipak kennen, unseren Guide für die Annapurna Runde. Der aktuell offene Punkt: für morgen soll ein Streik angekündigt sein, durch den wir nicht Bus fahren könnten.Das hieße, einen Tag zu verlieren. Müssen wir wohl abwarten.

Wir machen uns kurz frisch, tauschen lauter Geld und gehen dann mit Birgit und Hannes essen.  Wir finden gleich um die Ecke ein hübsches kleines Restaurant, in dem das Essen auch noch wirklich gut ist.

Restaurant in Thamel
Restaurant in Thamel
Abends in Thamel
Abends in Thamel

Danach noch fix die Rucksäcke für morgen packen und dann fallen wir auch schon ziemlich tot ins Bett.

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