Alle Jahre wieder…

Da stehen wir nun… an Gepäckband Nummer 1 des Flughafens Roland Garros auf La Réunion (doch, diese Angabe ist notwendig, denn es gibt noch einen zweiten Flughafen hier) – und warten. Dabei hatte alles so gut angefangen: am Sonntagabend noch schnell online eingecheckt, zusammenhängende Plätze im Flieger gesichert und Bordkarten ausgedruckt. In Frankfurt dann die erste Verwirrung der Dame an der Gepäckabgabe, wie wir denn bereits an die zweite Bordkarte (von Paris nach Réunion) kommen konnten. Tjaaa… Internet macht’s möglich! dachten wir noch ganz kühn. Wir nahmen uns aber ihren Rat zu Herzen und fragten am Gate in Paris noch einmal nach, ob unser Gepäck denn wirklich durchgecheckt würde. Nach kurzem, aber heftigem In-die-Tasten-hauen dann die Bestätigung: klar, mit Eurem Gepäck ist alles in Ordnung.

Wir hätten es natürlich besser wissen müssen. Und so stehen wir nach nunmehr vierzehn Stunden Anreise also an dem Gepäckband, das soeben aufhört, sich zu bewegen. Unser Gepäck hat sich offenbar zu einem eigenständigen Urlaub in Paris entschieden, mutmaßen wir. Beim Gepäckservice drückt man uns das obligatorische Notfall-Set in die Hand (wie wir später feststellen, können wir so einen Look irgendwo zwischen Tennisspieler und Zahnarzthelfer tragen) und verspricht uns, anzurufen, wenn das Gepäck ankäme. Wir heben hiermit unsere Gepäck-geht-verloren-Quote auf 50%.

Tja… wir lassen uns die Laune nicht verderben (oder zumindest nur kurz, bei dem Gedanken an Jeans und Trekkingstiefel am Strand), gönnen uns noch einen Kaffee und begeben uns dann auf die Busfahrt vom Flughafen über St. Denis (die Hauptstadt) zu unserem Hotel in St. Gilles les Bains. Frei nach dem Motto: Taxi kann ja jeder. Das klappt auch alles ganz wunderbar und sogar das zweimalige In-die-Hände-Klatschen zum Anzeigen des Haltewunsches kriegen wir originalgetreu hin. Unterwegs bewundern wir, wie die Berge hier einfach senkrecht ins Meer abfallen – man hat der Steilküste gerade noch so eine Straße abgerungen. Die aber dafür halb mit Überhang und mit enormen Steinschlag-Vorkehrungen. So so, da rauf wollen wir in ein paar Tagen also… das heißt… wenn das Gepäck noch kommt…

Der Einzug in unser Hotel (bei dem Eingangs-Garten-Bereich und Empfangsgebäude kann man es nicht anders nennen) lässt nur Gutes erwarten und nach Willkommensdrink und einer ersten Dusche (und ja, danach wieder rein in die leckeren Flug-Klamotten) und einem kurzen Shopping-Ausflug sind wir endlich voll korrekt gekleidet, um die Hotelanlage und den Strand zu erkunden. Die Anlage ist ein Traum und der Strand ebenfalls. Nur bissel kalt ist es inzwischen, denn der Abend naht.

Da wohnen wir
Da wohnen wir
Poollandschaft
Poollandschaft
Abendstimmung
Abendstimmung

Für selbigen ist aber noch ein kleiner Empfang angesagt, mit Champagner und Häppchen (jawoll, richtiges Hotel gewählt!) und mit einer Kunstausstellung (äh, na ja, man kann ja schnell dran vorbeigehen, an der Kunst). Anschließend gibt es kreolisches Buffett und wir schlemmen uns durch allerlei Leckereien. Höhepunkt der Exotik ist sicherlich die Ente a la Vanille – ich bin noch nicht ganz schlüssig, ob ich das jetzt gut fand oder nicht. Interessant war es allemal. Dem Dresscode des Hotels folgend haben wir die neu erworbenen Flip Flops selbstverständlich nicht zum Dinner angezogen – ob unsere einzige Alternative, die Trekkingstiefel, jetzt soviel angemessener waren, sei mal dahingestellt *g*

Für morgen hoffen wir mal, dass unser Gepäck kommt – für heute ist erst einmal Schicht.

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