Die Gletscher von Weitem kennen wir schon – jetzt wird es Zeit, sich das Ganze mal aus nächster Nähe anzusehen

Da es erst ab 7:30 Uhr Frühstück gibt, stehen wir selbstverständlich um 7:25 Uhr an Toaster und Kaffeekanne an. Schließlich müssen wir uns heute ranhalten, um pünktlich am Hafen Bahía Túnel zu sein – denn heute ist Ice-Trekking angesagt. Am Hafen kaum angekommen, kommt auch schon der Bus des Veranstalters mit einer weiteren Ladung Ice-Trekker und -Climber an. Wir besteigen einen kleinen Katamaran und auf geht es in einer guten halben Stunde zum Viedma-Gletscher. Dieser Gletscher hat an der vorderen Kante eine Höhe von ca. 50m oberhalb der Wasseroberfläche (die Gesamthöhe des Gletschers beträgt bis zu 700m) und eine Breite von ca. 2km. Die Fläche beträgt beeindruckende 900km²!

Der vordere Teil des Viedma-Gletschers
Der vordere Teil des Viedma-Gletschers

Während wir uns noch fragen, wie wir wohl auf den Gletscher kommen werden, werden außen am Katamaran große dicke Luftballons herabgelassen, die als Knautschzone zwischen dem Boot und dem Fels, an dem wir anlanden werden, dienen sollen. Der Kapitän manövriert uns beeindruckend präzise in eine Felslücke und dann dürfen wir aussteigen – auf schön soliden Boden. Als erstes stehen uns nämlich knappe 20 Minuten Kraxeln über Fels bevor, um den Gletscher zu erreichen. Dort angekommen, bekommen wir alle Steigeisen angezogen und dann geht es ab aufs Eis. Nach einer kurzen Einweisung, wie wir uns mit den Steigeisen bewegen müssen, marschieren wir auch schon auf die erste Gletscherspalte zu. Na wunderbar – genau das Richtige für mich, die ich die personifizierte Schwindelfreiheit bin. Erstaunlicherweise ist es mit den Steigeisen möglich, auch bei physikalisch völlig unmöglicher Schräglage noch einen stabilen Stand auf dem Eis zu haben.

Wandern im (nicht ganz so) ewigen Eis
Wandern im (nicht ganz so) ewigen Eis

Das Kraxeln und Klettern lohnt sich aber, denn kurz darauf stehen wir in einem herrlichen kleinen Eistunnel. Okay, Mama hat Recht, das klingt so profan – wir nennen es Eiskathedrale.

Wir im Eis
Wir im Eis

Anschließend kraxeln wir noch etwas weiter, steigen über ein paar Gletscherspalten, in die ich lieber nicht zu genau reinschaue und dann beginnt endlich der Urlaub!

Baileys on the Rocks Gletscherheld in  Action

Endlich Urlaub!
Endlich Urlaub!

Irgendwann ist das Eiswandern aber wieder vorbei und wir kraxeln über die Felsen zurück zum Boot. Da wir noch ein paar Minuten Zeit haben, bis das Boot da ist, ist auch hier noch einmal Urlaub angesagt.

Wer braucht schon weiße Strände...
Wer braucht schon weiße Strände…

Nachdem wir zurück im Hafen sind, sprechen uns zwei Jungs an und bitten um eine Mitfahrgelegenheit nach El Chaltén. Da wir ja von Natur aus besonders liebenswürdige Menschen sind, nehmen wir die beiden und ihre großen Rucksäcke mit. Wie sich schnell herausstellt, haben wir damit auch noch etwas für die Deutsch-Israelische Freundschaft getan – wer sagt’s denn. Zurück in El Chaltén ist es nun aber höchste Zeit, etwas zu essen und so gehen wir – richtig – in die Waflería.

Leeeecker!
Leeeecker!

Und weil es in El Chaltén so lecker – äh, so schön ist, überlegen wir uns, hier eine Nacht zu verlängern und dafür auf die erneute Nacht in El Calafate zu verzichten. So haben wir morgen nämlich die Möglichkeit, noch einmal (nein! nicht, was Ihr denkt!) zu wandern. Im Hotel rufen wir die argentinische Vertretung von Papaya Tours an und binnen 5 Minuten ist alles geregelt. So muss das sein.

Im Anschluss denke ich mir, ich müsste die Waffeln noch etwas verdauen gehen und so mache ich mich noch auf eine kleine Solo-Wanderung zu einem nahegelegenen Wasserfall. Der Weg mutet (bis auf die schneebedeckten Gipfel rundherum) eher emsländisch an: platt, windig, regnerisch. Dafür läuft er sich recht entspannt auch nach einem Tag Urlaub – äh, Eiswandern.

Chorrillo del Salto
Chorrillo del Salto

Damit habe ich mir dann auch ganz klar das Abendessen verdient (Mama hatte das selbstverständlich schon immer verdient gehabt) und so gibt es ein leckeres Steak (es muss von einem Elefanten gewesen sein, wenn man von der Größe schließen darf) für Mama und ein paar Tacos (die waren ebenfalls vom Elefanten, aber der war kleingeheckselt) für mich.

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