Die Insel erkunden

Heute geht es zeitig raus, denn wir treffen uns bereits um acht Uhr im ProjectsAbroad-Büro. Dann stapeln wir uns zu zehnt alle in ein Taxi (Fahrer plus vier Leute im Innenraum, die restlichen zehn Leute hinten auf der Pickup-Ladefläche) und starten ins Hochland der Insel.

Hochland
Hochland

Es dauert nicht lange, bis wir mitten durch die tiefhängenden Wolken fahren. Etwa eine dreiviertel Stunde später kommen wir an der Galapaguera an, der Schildkrötenaufzucht-Station von San Cristóbal. Diese ist echt schön gestaltet: ohne wirkliche Käfige, mit viel natürlichem Lebensraum für die Schildkröten und deutlich weitläufiger als die Darwin-Station auf Santa Cruz. Leider fängt es, kaum dass wir einen Fuß auf den Rundweg gesetzt haben, wie aus Eimern zu schütten an und ich lerne, dass es auf Galapagos offenbar doch mehr als den gelegentlichen feinen Nieselregen gibt. Wir setzen unseren Weg also pitschnass fort – zum Glück ist es nicht allzu kalt.

Ich komme!
Ich komme!

Anschließend fahren wir, sozusagen zum Trocknen und Aufwärmen, an den nahegelegenen und wunderschönen Strand Puerto Chino. Auch hier gibt es selbstverständlich mehr tierische als menschliche Badegäste.

Puerto Chino
Puerto Chino
Darwin Fink
Darwin Fink
Faulenzen
Faulenzen

Das ganze Gefahre über die Insel ist übrigens deswegen so gut möglich, weil wir den Fahrer kurzerhand für den ganzen Tag gemietet haben. Das heißt, er fährt uns für 40 Dollar hin, wo immer wir mögen und wartet dort so lange, bis wir weiter wollen. Und so führt es uns auf dem Rückweg vom Strand noch an El Junco vorbei. Hierbei handelt es sich um einen mit Süßwasser gefüllten Vulkan (San Cristóbal ist die einzige Galapagos-Insel mit echtem Süßwasservorkommen). Zudem gibt es hier Miconias zu bestaunen (eine endemische Pflanzenart) und Fregattvögel. Der Anstieg auf den Vulkan ist ziemlich matschig und daher glitschig – gut, dass ich die Wanderschuhe anhabe.

El Junco
El Junco
Miconia
Miconia
Fregattvögel
Fregattvögel

Im Anschluss fahren wir wieder nach Puerto Baquerizo Moreno zurück und einigen uns auf das Mockingbird als heutiges Mittagsrestaurant. Das Internet, das seit gestern Abend auf ganz Galapagos ziemlich platt zu sein scheint, ist noch immer nicht wieder verfügbar. Das hält uns aber natürlich nicht davon ab, noch einen Kaffee zu genießen. Plötzlich erschrecken wir uns, denn eine offensichtlich sehr nahe Detonation lässt unsere Tassen klappern und das ganze Kaffee erzittern. Wir witzeln noch, ob sie gerade unsere Straße wegsprengen, als ein Blick über den Balkon genau das bestätigt. Im ganzen Ort werden derzeit die Straßen geöffnet, um neue Wasserleitungen zu verlegen (man will das Wasser im nächsten Jahr 24 Stunden täglich verfügbar machen – derzeit kommt es ja nur nachts für ein paar Stunden und läuft dann in Zisternen an den Häusern). Die Straße hier am Kaffee ist offenbar auf so felsigen Untergrund gebaut, dass Sprengungen nötig sind, um die Rohre zu verlegen. Also rummst es alle paar Minuten ganz gewaltig.

Als wir uns aufraffen, ist es schon fast halb vier und wir verabreden uns noch für morgen Nachmittag an der Loberia. Auf dem Heimweg über den Malecón sehen wir, wie bereits die Bühnen für das heute Abend stattfindende Kulturfestival aufgebaut werden. Das wird sicherlich ein Spektakel. Zu Hause lese ich noch etwas (Angélicas umgehenden Wunsch, ihr meinen Laptop auszuleihen, kann ich diesmal offenherzig ablehnen, da der Laptop im Büro eingeschlossen ist) und dann gehen wir zum Abendessen mit Carlos in ein Restaurant.

Anschließend kommt der unvermeidliche Besuch auf dem Kulturfestival, das gerade beginnt. Es treten kleine und große Akrobaten, Balletttänzer, Musiker und viele lokale Künstler mehr auf – und wie erwartet scheint die gesamte Inselbevölkerung hier versammelt. Also lassen wir den Abend bei Kulturprogramm ausklingen.

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