Tangram und andere komische Dinge

Heute Morgen packe ich meine Sachen für die nächsten zwei Tage Babysitting und fahre ins Haus meiner Gastfamilie. Hier ist mein Gastvater gerade in der Abreise begriffen und der Opa begleitet mich beim Frühstück. Ich bekomme noch „Essensgeld“ übergeben, mit dem ich uns die nächsten zwei Tage über die Mittagszeit bringen soll und dann begebe ich mich in die Schule.

Heute beenden wir zuerst die Scherenschneide-Übung und anschließend wird das Märchen von Schneewittchen vorgelesen. Ich mache den Simultanübersetzer für Lara, die natürlich kein Wort versteht. Danach geht es wieder an Grammatik-Übungen und es gilt, in Bildern dargestellte Aktionen in einem Satz zu beschreiben und in diesem Satz die Worte zu zählen. Jedes Wort soll anschließend durch irgendein frei wählbares Symbol dargestellt werden. Die Kids haben die größten Probleme und erkennen entweder nicht, dass es sich um zwei (oder gar mehr) Worte handelt oder teilen ein Wort in seine verschiedenen Silben auf. So ganz scheint es noch nicht angekommen zu sein, was ein Wort ist. Eine undeutliche Aussprache hilft natürlich auch nicht unbedingt, genauso wenig wie das Kommandieren mit einzelnen Worten anstatt in ganzen Sätzen zu sprechen.

Anschließend widmen wir uns dem Tangram. Wie schon einmal kurz angesprochen, handelt es sich hierbei um keine Unanständigkeit, sondern es werden Bilder nach Vorlage aus geometrischen Figuren zusammengesetzt. Zunächst soll sich hierbei jedes Kind selbst daran versuchen – was erwartungsgemäß in Chaos ausartet, weil jeder jedem seine Teile wegnimmt und keiner so richtig was auf die Reihe bringt. Deshalb rufen wir am Ende alle in der Leseecke zusammen und lassen immer einen nach dem anderen daran arbeiten, während alle anderen im Kreis darum herum zusehen müssen. Nach einiger Zeit und mehreren Versuchen haben wir tatsächlich die ersten Figuren zusammen.

Zum Abschluss gibt es noch ein paar Additionspyramiden, von denen ich bereits vier Stück inkl. Erklärungssatz in jedes Hausaufgabenheft gemalt habe. Bei mittlerweile 33 Kindern macht das schlappe 132 Pyramiden – meine Hand tut weh und ich schwöre, ich kann keine Pyramiden mehr sehen.

Nach der Schule treffe ich mich mit Angélica zum Essen im Restaurant. Hier zeigt sich eine weitere Unart, die ich bereits zu Hause festgestellt habe. Sobald einer am Tisch sein Essen hat, fängt er auch an zu essen. Und wenn jemand fertig ist mit essen, dann steht er auf, räumt sein Geschirr ab und macht sich aus dem Staub. Entsprechend hatte Angélica bereits ihre Suppe auf dem Tisch stehen, als ich gerade ankam und löffelte fleißig. Nun gut. Nach dem Essen bringe ich sie nach Hause (erstmal sichergehen, dass sie dort auch ankommt und sich nicht auf dem Heimweg bereits „verläuft“) und dann gehe ich zurück ins ProjectAbroad-Büro, um mich dem regelmäßigen Fragebogen über meine Arbeit und meine Unterkunft zu stellen. Hier ist dann auch noch Zeit, um etwas zu bloggen.

Als ich wieder nach Hause komme, vermute ich, dass Angélica ebenfalls dort ist (sie wollte eigentlich nochmal los), denn die Wohnung ist hell erleuchtet und laute Musik dröhnt daraus. Trotzdem stehe ich vor verschlossener Tür. Also mache ich erstmal alles aus, was ich finde und genieße die plötzliche Ruhe. Dazu gönne ich mir einen (Instant-)Kaffee.

Ach ja, und die Languste gestern war lecker 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.