Auf nach Ecuador – Zwischenstopp in Guayaquil

Mein großes Abenteuer beginnt gestern, recht früh morgens, am Flughafen Frankfurt. Allerdings fühlt es sich hier eigentlich noch gar nicht nach Abenteuer an, denn alles läuft erfreulich glatt und einfach. Selbst der Rucksack ist laut Flughafen-Waage viel leichter, als er sich auf dem Rücken angefühlt hat. Das Handgepäck wiegt zum Glück niemand. Und so ist nach dem Check-in sogar noch genug Zeit für ein gemütliches Abschiedsfrühstück, bevor ich mich tatsächlich auf den Weg mache. Dieser führt mich heute zunächst nach Madrid. Mit Iberia. Nun, man kennt die Effekte dieser unseligen Kombination – ich bin also gespannt, ob mein Gepäck tatsächlich durchgebucht wird und ob es mit mir zusammen ankommt. In Madrid habe ich fast fünf Stunden Aufenthalt (das sollte eigentlich mehr als reichen, um das Gepäck umzupacken) und suche mir nach einer kleinen Weltreise zum Flugbereich U erstmal ein Plätzchen zum Essen. Auf dem Flug (nein, es war kein Sonderpreis) war nämlich leider kein Essen inklusive. Danach gönne ich mir noch zwei Kaffee und laufe anschließend das gesamte Terminal gefühlte fünfmal ab, um noch etwas Bewegung zu kriegen. Denn dann sitze ich auch schon im Flieger nach Guayaquil. Glücklicherweise habe ich einen Gangplatz und mit Lesen, Filmen und Musik geht der Flug einigermaßen gut rum.

Angekommen in Guayaquil merke ich noch im Flughafengebäude, dass die Luftfeuchtigkeit hier deutlich höher sein muss – nicht mal die Klimaanlage kommt so richtig dagegen an. Das Einreise-Prozedere läuft unkompliziert ab und zu meiner großen Freude kommt mein Rucksack auf dem Band angezuckelt, kaum dass ich selbst am Band ankomme. Jetzt noch schnell durch den Zoll, in der Ankunftshalle einen Geldautomaten geplündert und dann ab zum Ausgang. Rumms – ich trete durch die Tür und stehe vor einer Wand. Die Wand besteht aus Hitze und Schwüle. Hey, es ist bereits elf Uhr abends! Wie kann das noch so ein Klima hier haben? Binnen Sekunden ist mein Shirt völlig durchgeschwitzt. Dafür finde ich den Hotel-Shuttle quasi direkt vor der Tür und der nette Fahrer drückt mir erstmal eine eisgekühlte Flasche Wasser in die Hand. Drum Augen auf bei der Hotelwahl, denk ich mir und ignoriere die latenten Kopfschmerzen, die das kalte Wasser verursacht, weil ich es viel zu schnell herunterstürze. Ich bin der einzige Fahrgast und in wenigen Minuten sind wir auch schon am Hotel. Es gibt WLan – also noch schnell eine Nachricht an Zuhause abgesetzt, dass es mir gut geht und dann ab in die Falle.

Am nächsten Morgen bin ich dank Jetlag schon früh wieder wach und gönne mir erstmal ein ausgiebiges Frühstück. Es gibt viele frische Früchte, die richtig lecker schmecken. Eben wie frisch geerntet und nicht wie nachgereift. Ach ja, und Kaffee können sie hier natürlich auch. Gegen Mittag erkunde ich die Shoppingmall, die direkt gegenüber liegt und setze mich zum Essen in den angeschlossenen Futtertempel. Draußen ist mittlerweile die Sonne rausgekommen und die Temperaturen sind laut Thermometer auf 31° angestiegen. Der Schwüle tut das selbstverständlich kaum einen Abbruch. Den Rest des Tages verbringe ich daher mit Lesen und Tagebuch schreiben auf dem Hotelzimmer.

Guayaquil
Guayaquil

Und natürlich geistern mir tausend Fragen durch den Kopf: Wird meine Gastfamilie nett sein? Werde ich meinen Aufgaben im Projekt gewachsen sein? Immerhin ist die Betreuung von (möglicherweise behinderten) Kindern ein ganz neues Tätigkeitsfeld für mich, in dem ich keinerlei Erfahrung mitbringe. Wird mein Spanisch ausreichen für meine Aufgaben? Bisher komme ich gut klar, solange die Leute sehen, dass ich Ausländer bin und mich entsprechend langsam ansprechen. Bekommen sie nach dem zweiten Satz den Eindruck, ich würde sie verstehen und drehen das Tempo auf, hängen sie mich allerdings recht schnell ab. Aber letztlich bringt es ja nichts, sich jetzt den Kopf darüber zu zerbrechen – ich werde es schon noch früh genug merken. Und ganz bestimmt wird alles gut.

Abends wird der Rucksack wieder gepackt, denn morgen geht es mit dem Flieger endlich auf die Galapagos-Inseln, meinem großen Abenteuer entgegen.

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